Aufbau einer Ordensschnalle  - (Bildergalerie)

 

Wie ist eigentlich eine Ordensschnalle überhaupt aufgebaut? Diese Frage werden sich insbesondere interessierte Anfänger im phaleristischen Bereich fragen.

 

Nachfolgend soll dies anhand eines typischen Beispiels einer 5er Schnalle (also einer Ordensschnalle mit 5 Dekorationen) erläutert werden. Die einzelnen Teile der Schnalle sind hierbei mit Pfeilen und römischen Ziffern (I - VIII) versehen. Unter I. befindet sich der unter der Rückenabdeckung (IV.) auf dem Spangenblech angelötete Nadelbock. Die Ziffer II. zeigt den bei unserer Beispielschnalle in hellgrau gehaltenen, zumeist schräg vernähten Faden am oberen Rand der Schnallenblechs, welcher Bänder und Rückenabdeckung zusammenhält.

Unter III. ist die Nadel der Schnalle zu sehen. Diese ist zumeist magnetisch und weist gelegentlich auch den Ansatz von Rost auf. Das Ende der Nadel  ist spitz oder abgerundet, gelegentlich auch "abgezwickt". Hier steht sie der Schnalle nicht über.

Die Rückenabdeckung (Ziffer IV.) als ist oftmals aus Filzstoff (nicht selten in schwarz, grau, rot, blau, gelb oder grün gehalten) oder aber samtartigen Stoff (z.B. bei drapierten Schnallen, sog. Bayernschnallen) gefertigt.

Die Ziffer V. zeigt den sogenannten Nadelhaken, welcher oftmals aus dem Spangenblech ausgestanzt (oder angelötet) und 90 Grad nach oben gebogen ist. Er ist der "Auffänger" der Nadel und sichert diese, damit die Schnalle bei Durchführung an die Uniform(schlaufen), oder aber Durchstechen der Uniform nicht abfallen kann. Es gibt mehrere Varianten von Nadelhaken. Unter VI. wird die Vernähung der Rückenabdeckung (IV.) am unteren Ende der Ordensbänder gezeigt, was für zusätzliche Stabilität der Abdeckung sorgt (fehlt gelegentlich auch!).

Ziffer VII. zeigt die Rückseite der Dekoration (hier: Wilhelmskreuz mit Schwerter für Kriegsverdienst) Als VIII. ist das Ordensband gekennzeichnet (hier ein sogenanntes Bogenband - U-Band), welches unter der Rückenabdeckung auf dem Spangenblech vernäht ist.

 

Die gängisten Bänderanordnungen - (Bildergalerie)

 
 

Bogenband oder U-Band: 

 

Hierbei handelt es sich um eine der am häufigsten vorkommenden Bänderanordnungen

bei Ordensschnallen. Es ist U förmig angelegt und rückseitig über oder auch hinter einem Spangenblech liegenden Stoffstreifen bzw. einer zumeist wollartigen Rückenabdeckung vernäht, oder zwischen zwei Spangenplatten (bei Ausführungen mit Blechlaschen, welche i.d.R. in den 30er/40er Jahren verwendet wurden). Das dazugehörige Ehrenzeichen hängt (selten) an der Unterseite des Bogenbandes, ist aber häufig auf dem unter dem Bogenband gelegten Bandstreifen vernäht, oder aber sitzt auf einem kleinen auf dem Stoffstreifen vernähten Haken. Das Bogenband kommt sowohl bei Einzeldekorationen (auch Paradespangen bzw. Einzelspangen genannt), als auch aneinander gereiht vor (sog. große Ordensschnallen) Spangen mit Bogenbänder werden am häufigsten gefälscht! Die bildliche Darstellung zeigt das EK am schwarz-weißen Band (Kämpferband), das Ehrenkreuz für Frontkämpfer und das bulgarische Soldatenkreuz für Tapferkeit in der silbernen Stufe. Bei dem weiteren Beispiel sind die Bänder auf der Rückenabdeckung vernäht (Preussen Hausorden Hohenzollern Ritterkreuz, Ehrenkreuz für Frontkämpfer und Württ. Landwehrdienstauszeichnung 2.Klasse) Das Beispiel mit den an den Bändern vernähten Dekorationen zeigt den bulgarischen Militärverdienstorden 6.Klasse mit Schwerter und die silberne Verdienstmedaille des Fürstentums Reuss mit Schwertern (für Militärverdienst).

 

 

Drapiertes Band (abgeleitet aus dem französischen drapiere für Gewandung):

 

Hier sind die Bänder sowohl bei Einzeldekorationen, als auch bei großen Ordensschnallen in Falten gelegt; die Bänder bleiben regelmäßig bei einer Berührung / Ausübung von Druck hart, also in ihrer ursprünglichen Form.

Das Ehrenzeichen ist auf dem darunter (auf dem Spangenblech) liegenden Stoffstreifen aufgenäht, oder aber sitzt auf einem kleinen auf dem Stoffstreifen vernähten Haken. Drapierte Bänder sind typisch für sog. bayerische Ordensschnallen (auch Spangen "Süddeutscher Art" genannt). Nachdem dieser Spangentypus per se nur dort (selten mit Württembergischen, oder auch preussischen Dekorationen) auftritt, bleibt anzunehmen, das es  einige, wenige Ordensjuweliere und Bänderfabrikanten gab, welche drapierte Bänder anfertigten. Mir ist bislang lediglich eine bayerische Schnalle bekannt, welche mit Bogenbändern gefertigt wurde.

Genaueres zu den Fabrikationen wäre noch zu recherchieren. Mir ist bis dato auch nicht bekannt, wie die Bänder drapiert wurden und die typische Härte entstand.

Neuzeitliche Fälschungen von drapierten Bändern sind derzeit noch relativ einfach an der schlecht gemachten Fertigungsweise erkennbar. Sie werden -wie Fertigungen mit Bogenbänder- oftmals in diversen Auktionshäusern angeboten. Vorliegend handelt es sich um eine drapierte Schnalle mit dem bayerischen Ludwigkreuz, dem Verdienstkreuz für freiw. Krankenpflege und dem EK am weiß-schwarzen Band.

 

 

Trichterförmiges Band

 

Dieser Bandtypus ist meiner Kenntnis nach ausschließlich bei manchen Württembergischen Ordensschnallen zu beobachten und dem Bogenband aversseitig gleichschauend. Hinsichtlich Vernähungsweise sei auf die Ausführungen des Bogenbandes vewiesen.  Auch hier sind Varianten mit kleinen Haken bekannt. Reversseitig sind die Bänder trichterförmig (im Weiteren Sinne) auf der Rückenabdeckung vernäht. Zumeist treten diese bei Kombinationen mit dem EK2, der württembergischen silbernen oder goldenen Militärverdienstmedaille, dem FEK und einer Dienstauszeichnung auf. Ob es sich hierbei um Anfertigungen der (häufig auftretenden)  Stuttgarter Spangenhersteller Bux oder Acker (Königsbau, Stuttgart) handelt, konnte bis dato nicht zweifelsfrei festgestellt werden. Einzeldekorationen hiervon sind gelegentlich zu finden (z.B. bei Dienstauszeichnungen) Das dargestellte Beispiel zeigt die Württ. Dienstauszeichnung für XII Jahre, sowie das Verdienstkreuz mit Schwerter.

 

 

Mäanderförmiges Band

 

Das mäanderförmige Band ist gelegentlich insbesondere bei Schnallen sächsischer Fertigungsart zu finden. Es ist dem Bogenband avers gleichend; hat jedoch an der Unterseite keine Abrundung sondern ist dort im Weiteren Sinne trapezförmig. Zur Vernähung (auch Varianten mit Haken): siehe Ausführung zum Bogenband. Rückseitig ist das Band in einer Art und Weise gefaltet, die an eine Mäanderform erinnern.

Vorliegend handelt es sich um den sächsischen Albrechtsorden Ritterkreuz 1. Klasse ohne Krone, dem Ehrenkreuz für Kriegsteilnehmer und der preussischen Rotkreuzmedaille 3.Klasse.

 

Dreiecksband

 

Ansonsten sind Ordensschnallen sächsischer Art relativ einfach identifikabel, denn es werden zu einem Dreieck vernähte und gefaltete Bänder verwendet, welche auf eine große Spangenplatte vernäht sind. Die Platte steht oftmals den Bändern über. Die Auszeichnung ist in dem Dreiecksband vernäht oder -bei österreichischen und ungarischen Anfertigungen wird diese  mittels eines langen Hakens eingehängt, welcher durch eine Öse an der unteren Seite des Bandes eingeführt wird.

Dreiecksbänder wurden um 1900 auch in Preussen und anderen Bundesstaaten (Bayern, Württemberg usw.), sowie in Österreich-Ungarn, Bulgarien und der Türkei (auch später!)  verwendet.

Während des Krieges behielt lediglich Sachsen und vereinzelt Bayern (es sei auf das Trägerfoto mit dem EK2/ bay. MVK in der Rubrik CDV verwiesen) diese Fertigungsweise und überwiegend  bei Frackschnallen bei. Derartige Schnallen sind wegen ihrer optischen Schlichtheit nicht sehr bei Sammlern beliebt. Es gibt sie sowohl als Einzeldekoration, als auch in aneinander gereihter Form. Bei dem gezeigten Beispiel des sächsischen Schnalle ist deutlich erkennbar, daß diese keine Öse/langen Haken zum Einführen der Auszeichnung, sondern eine Vernähung der Auszeichnung besitzt. Der Schnallenträger ist dem Verfasser bekannt. Es handelt sich um einen Stabsoffizier (Arzt), welcher in einem sächsischen Lazarett diente. Auffällig ist hierbei, daß die für diesen Trägerkreis typischen Auszeichnungen (RAO4, Albrechtsorden Ritterkreuz, insbesondere aber das  EK am weiß-schwarzen Band) fehlen! Vermutlich wollten

sich die Sachsen, aber auch Bayern hierdurch von der preußischen Trageweise distanzieren und ihre Nähe zu Österreich demonstrieren. Insbesondere die Bayern

hatten a n`a 66 noch gut in Erinnerung.

 

 

Bänderschnallen

 

Es handelt sich hier um Anfertigungen, welche in den Zeitraum vor dem ersten Weltkrieg eingeordnet werden können. Oftmals ist dieser Typus bei Spangen aus den Einigungskriegen (1864 - 1870) und den Kolonialkriegen (um 1900) zu beobachten. Seltener sind Bänderschnallen zu finden, welche nach 1914 entstanden. Zumeist handelt es sich bei den Trägern um altgediente Offiziere, welche bereits 1870 und später in den Kolonialkriegen ihren Dienst versahen.Hier sind die Bänder trapezförmig angeordnet und auf einem Blechstreifen vernäht. Die Dekoration(en) wurden nicht getragen.

Gelegentlich haben Bänderschnallen Bandauflagen wie Schleifen, Schwerter, Gefechtsspangen oder verkleinerte Eiserne Kreuze, Eichenlaubblätter, welche entweder unter dem Band oder aber durch kleine im Spangenblech befindliche Löcher festgesetzt (umgesplintet) sind. Eine Bänderschnalle als Einzeldekoration ist sehr selten auffindbar. Da Bänderschnallen mit einfachen Handgriffen und etwas Fingerfertigkeit gefälscht werden können, ist Vorsicht geboten! Ein Anhaltspunkt für eine zeitgenössische Anfertigung kann die rückseitige Vernähung, die saubere Legung der Bänder und das Nadelsystem darstellen. Bei dem gezeigten Beispiel ist der Kronenorden (?), die Kriegsdenkmünze für Nichtkämpfer 1870/71 und die Centenarmedaille 1897 zu sehen.

 

(Quelle: Gerd Scharfenberg und Günter Thiede, Lexikon der Ordenskunde, Battenberg 2010)

 

 

Die Frackschnalle - (Bildergalerie)

 

Wie der Name bereits aussagt, handelt es sich um eine Schnalle, welche

welche am Zivilanzug (Frack) unterhalb des linken Frackaufschlages, entweder an hierfür angebrachten Schlaufen, oder mittels Durchstechen des Zivilanzuges angebracht werden. Bei der Frackschnalle sind die Dekorationen gegenüber den zugehörigen Ordensbändern um 90 Grad nach links abgewinkelt angebracht; es tritt somit der Effekt ein, daß diese gerade nach unten hängen. Es sind jedoch auch Varianten bekannt, bei welchen die Dekorationen gerade angenäht wurden. Ein charakteristisches und recht einfaches Kennzeichen von Frackschnallen ist, daß die am Range höchste Auszeichnung (i.d.R. das EK2 - den Tragebedingungen (hierzu später) entsprechend, an erster Stelle rechts (bei einer regulären Schnalle stets links!) hängt.

Weiteres Kennzeichen ist das schräg geschnittene Spangenblech und die darüber vernähte Rückenabdeckung. Frackschnallen sind nicht so häufig anzutreffen, wie reguläre Schnallen. Dies dürfte damit zusammenhängen, daß nicht jeder Träger -in schwierigen Zeiten- die finanzielle Liquidität besaß, um sich für seinen Zivilanzug eine weitere Schnalle anfertigen zu lassen. Gelegentlich sind Nachlässe zu finden, bei welchen sich beide Schnallen erhalten haben. Hier gezeigt am Beispiel einer Einzelbandschnalle. Beide wurden durch den bekannten Berliner Ordensjuwelier J.Godet und Sohn gefertigt. Der Träger hat sein EK2 sicherlich mit gewissen Stolz getragen!  Frackschnallen aus der Epoche der Einigungskriege und vorher, aber auch um 1940 sind selten zu finden. Bei den Fertigungen, welche in den Zeitraum des 2. Weltkrieges fallen, dürfte dies vorherrschend damit zu begründen sein, daß insbesondere in den letzten Kriegsjahren wohl nicht mehr sehr viele Anlässe zur Verfügung gestanden haben, bei welchen entspr. Schnallen getragen werden konnten.

Bei dem gezeigten Beispiel dürfte es sich um einen Veteranen von 1914-18 gehandelt haben, welcher später wohl aufgrund seines Lebensalters rückwärtig das KVK 2. mit Schwerter erwarb. Eine Schwerterdekoration konnte auch im Heimatlande erworben werden.

 

(Quelle: Gerd Scharfenberg und Günter Thiede, Lexikon der Ordenskunde, Battenberg 2010)

 

 

Die Damenschleife/Damenmasche - (Bildergalerie)

 

Bei einer Damenschleife (oftmals im Österreichischen Sprachgebrauch: Damenmasche)

handelt es sich um eine Bänderanordnung, welche wie der Name bereits verrät schleifenartig gefaltet sind und ein weiteres Bandstück in der Mitte vernäht wurde.

Rückseitig ist die Dekoration mittig auf dem Bandstück vernäht. Sind mehrere Dekorationen verhanden spricht man von einer Damenschleife-Kombination. Bei der gezeigten Kombination ist die Kriegsdenkmünze für Nichtkämpfer 1870/71 auf der einen Schleifenhälfte, die Centenarmedaille 1897 auf der anderen Hälfte rückseitig vernäht. Bei der Trägerin handelte es sich sicherlich um eine der Krankenpflege zugehörige Schwester, welche im Krieg 1870/71 Verwundete pflegte und später 1897 die Centenarmedaille erhielt (für Frauen selten anzutreffen!), oder aber um eine begüterte Trägerin, welche beispielsweise den Aufbau eines Lazaretts, oder Krankentransporte finanziell unterstützte (zumeist Damen von höherem Stand - das gehörte zum sog. Guten Namen). Später, als der Krieg 1914 wieder hervorbrach, versah Sie ihren Dienst erneut, oder leistete weitere finanzielle Unterstützung für das Rote Kreuz, so daß sie um 1917 oder später mit der Rot Kreuz Medaille 3.Klasse in Zink bedacht wurde und diese ihren Dekorationen anfügte. Der Rostansatz auf der Kriegsdenkmünze ist typisch für diese Stücke, da sie aus Eisen gefertigt wurden.

Es haben sich auch sehr prächtige Kombinationen erhalten, wie beispielhaft mit der Kolonaldenkmünze (seltenst), mit Rotkreuzauszeichnungen weiterer Bundesstaaten (Charlottenkreuz, Ludwigkreuz, Kriegsverdienstkreuz, dem Ehrenzeichen des Roten Kreuzes [kuk], oder der Hilal-i-ahmer Medaille des ottomanischen Reiches usw.)

Damenschleifen wurde auch noch später in der Weimarer Republik und im Dritten Reich getragen. Besonders schön sind Damenschleifen-Kombinationen mit dem Verdienstkreuz für Frauen und Jungfrauen anzuschauen! Es gibt mehrere Varianten in der Ausführung der Schleife wie die gezeigten Bilder erkennen lassen.

 

(Quelle: Gerd Scharfenberg und Günter Thiede, Lexikon der Ordenskunde, Battenberg 2010)

 

 

 

Die Feldschnalle (Feldspange) - auch kleine Ordensschnalle genannt - (Bildergalerie)

 

Die Feldschnalle wurde am 21.9.1915 in Preussen eingeführt. Hier werden Auszeichnungen mittels miniaturisierten Ordensbändern von je 15mm Breite und einem

17,5 mm breiten Metallstreifen aneinandergereiht. Dieser besteht zumeist aus Zinkblech. Die Auszeichnungen sind gelegentlich mit Auflagen (z.B. Schwerterdekorationen, Schleifen, Gefechtsspangen, Eisernen Kreuz, später auch mit Adlerauflagen) versehen. Rückseitig ist die Feldschnalle zumeist mit Uniformstoff hinterfüttert und mit einer langen Ansteckbroschierung versehen. Bei "bayerischen" Feldschnallen ist gelegentlich eine Drapierung (Raffung) der Bänder anzutreffen. Auf die rückseitige Stoffabdeckung wurden gelegentlich Herstellerschildchen aufgenäht (z.B. von Godet und Sohn, Sedlatzek, Paul Küst usw) Später, ab ca. der 1930 Jahre wurden die meisten Feldschnallen nicht mehr mit rückseitiger Stoffabdeckung gefertigt, sondern

besitzen eine Metallplatte mit Ansteckbroschierung, auf welcher kleine Metallplättchen mit aufgenähten Bändern sitzen, die Laschen zum Umbiegen besitzen. Gelegentlich sind hier Fertigungen des noch unbekannten Herstellers TZ im Kreis zu finden. Die Feldschnalle wurde oftmals aus praktischen Erwägungen (leichter) und auch im Feld getragen. Hierdurch wurden die Auszeichnungen der (großen) Ordensschnalle keinen Beschädigungen ausgesetzt. Diese wurde im Regelfall nur zu besonderen Anlässen getragen (z.B. Paraden, Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, Besuch des Kaisers usw.) Eine weitere Trageweise im Felde (hier insbesondere bei Mannschaften und Unteroffzieren) war die Vernähung des Bandes auf dem Uniformrock, auf welche später noch gesondert eingangen wird. Große Feldschnallen können gelegentlich aufgrund ihrer Kombination auch Trägern zugeordnet werden. Hierfür sind jedoch fundierte Kenntnisse über Ordenslisten (Almanache) und Regimentsgeschichten erforderlich, welche zumeist nur durch jahrelanges Studium der Quellen erworben werden können.

Die Fotoserie zeigt hier eine große Feldschnalle mit dem EK am weiß-schwarzen Band, dem Verdienstkreuz für Kriegshilfe, dem Kronenorden 4.Klasse, der Dienstauszeichnung für Offiziere (XXV. Jahre), der Centenarmedaille, dem (extrem selten!) ottomanischen Eisernen Halbmond am Band für Nichtkämpfer und dem dänischen Dannebrogorden - Ritterkreuz. Das es sich bei dem Kronenorden um die 4.Klasse, bei der Dienstauszeichnung um eine Offziers-DA und bei dem Dannebrogorden um das Ritterkreuz handelt ist bekannt, weil sich die dazugehörige Ordensschnalle erhalten hat. Das weitere Beispiel zeigt das EK am weiß-schwarzen Band, das Ehrenkreuz für Kriegsteilnehmer und die Dienstauszeichnungen der Wehrmacht für 12 u. 25 Jahre mit Adlerauflagen. Auch hier hat sich die Ordensschnalle erhalten. Das 3. Beispiel

zeigt die bereits näher beschriebene Variante ohne rücks. Stoffabdeckung mit dem unbekannten Hersteller TZ im Kreis. Die Auflagen zeigen die Württ. Militärverdienstmedaille (Lorbeerkranz) und das Ehrenkreuz für Frontkämpfer (mit Schwertern) an.

 

(Quelle: Gerd Scharfenberg und Günter Thiede, Lexikon der Ordenskunde, Battenberg 2010)

 

 

Miniaturketten - (Bildergalerie)

 

Es gibt eine Vielzahl von Miniaturketten, welche im Regelfall schräg am Anzugrevers befestigt wurden.  Die Kettchen wurden beispielsweise von den Berliner Ordensjuwelieren J. Godet und Sohn gefertigt. Sie besitzen entweder zwei Nadeln, oder aber auch nur eine Nadel und einem Knopf, welcher in das Reversknopfloch geknöpft wird. Die Kettchen wurden entweder aus sehr hochwertigen, echten Metallen (wie z.B. Gold, Silber, oder Platin), oder aber auch aus unedlen Metallen (z.B. vergoldetes Messing) hergestellt. Sie zeigen keine Ordensbänder, gelegentlich sind jedoch bei den hochwertigen Fertigungen an den Dekorationen emaillerte Schleifen festzustellen, wie die hier vorgestellten Realien auch zeigen; manche Kettchen sind auch teilweise emailliert. Die Dekorationen sind mit kleinen Ringen an den einzelnen Ösen der Kette befestigt. Sie sind in Sammlerkreisen recht beliebt und werden bei seltenen Zusammenstellungen und Varianten sehr hochpreisig gehandelt. Leider finden sich auch immer wieder gepflünderte Kettchen, bei welchen die Dekorationen aus Profitgründen einzeln verkauft wurden und somit ein etwaiger Träger nicht wieder

identifiziert werden kann. Miniaturketten können auch Offiziers und Komturkreuze zeigen, was an einer Ordensschnalle nicht der Fall ist. Weitere bekannte Hersteller sind beispielsweise Sedlatzek, Berlin, oder aber Rothe und Neffe, Wien. Die Knöpfe sind oftmals auch kunstvoll mit Reichsadler, Blumen- oder Sternmustern -und ohne Herstellerangabe- dekoriert. Die höchste Dekoration wird hier wie bei einer Frackschnalle immer rechts getragen.

 

(Quelle: Gerd Scharfenberg und Günter Thiede, Lexikon der Ordenskunde, Battenberg 2010)

 

Die Miniaturschnalle (Bildergalerie)

 

Bei der Miniaturschnalle handelt es sich um eine verkleinerte Anfertigung von Dekorationen (sog. Reduktion, auch Halbminaturen) welche an einer ebenso verkleinerten Ordensschnalle, oder Frackschnalle befestigt sind. Die Dekorationen wurden oftmals von großer Detailgenauigkeit (z.B. mit Eichenlaub, Schwertern, Kronen, emaillierte Ausführungen) gefertigt. Miniaturschnallen sind relativ selten anzutreffen, so daß sie üblicherweise recht hochpreisig gehandelt werden. Sie waren privat im Ordenshandel zu beschaffen. Vermutlich wurden sie zumeist von begüterten Trägern zusätzlich erworben und aus Vereinfachungsgründen ("Gewicht") 

z.B. zum Anzug getragen. Gelegentlich sind Fertigungen mit rückseitigem Herstelleretikett bzw. Schildchen (z.B Godet, Berlin) versehen. Diese Trageweise hat sich bis heute erhalten; gelegentlich sind bei Staatsempfängen, oder Feierlichkeiten des Adels auch im Inland Träger von Miniaturschnallen zu beobachten.


(Quelle: Gerd Scharfenberg und Günter Thiede, Lexikon der Ordenskunde, Battenberg 2010)

 

Das Knopflochband (Bildergalerie)

 

Gemäß den Trageregularien durften viele Dekorationen nach dem Verleihungstage nicht mehr an der Uniformjacke/Mantel getragen werden, sondern lediglich das dazugehörige Ordensband. Dieses wurde üblicherweise im zweiten Knopfloch vernäht (z.B. EK, Rot Kreuz Medaille, Eiserner Halbmond, Tapferkeitsmedaille, Militärverdienstkreuz, Kriegsverdienstkreuz, Militärsanitätskreuz, Dienstauszeichnung, Hanseatenkreuz usw.) Kamen weitere Dekorationen dazu, wurden mehrere Bänder übereinander an der Uniformjacke/Mantel vernäht.


(Quelle: Gerd Scharfenberg und Günter Thiede, Lexikon der Ordenskunde, Battenberg 2010)

 

Die Knopflochrosette (Bildergalerie)

 

Die Knopflochrosette wird wie die Knopflochschleife im Knopfloch (ausschliesslich)

am Zivilanzug getragen. Sie kann entweder aus einem einfarbigen, oder mehrfarbigen - dann i.d.R.  hälftig aufgeteilten Bändern (z.B. rot-weiß für den Roten Adler Orden und kornblumenblau für den Kronenorden) und aufgelegten Miniaturen (z.B. Krone, Schwerter, emailliertes EK) bestehen und wurde oftmals einer Ordensschnalle beigefügt (d.h. auf das Ordensband der Dekoration aufgebracht). Die Rosette ist rückseitig mit einem Knopf versehen (ohne/mit Herstellerlogo), der durch das Knopfloch des Anzugs gesteckt wurde. Sie waren auch privat über den Handel zu beziehen. Knopflochrosetten mit dem EK sind als extrem selten anzusehen. Mir sind bislang lediglich zwei Exemplare davon (am Kämpferband) bekannt.

 

 

(Quelle: Gerd Scharfenberg und Günter Thiede, Lexikon der Ordenskunde, Battenberg 2010)

 

Die Knopflochschleife (Bildergalerie)

 

Bei der Knopflochschleife wird ein einzelnes Band, oder mehrere zu einer Schleife geformte Bänder übereinander getragen. Die Bänder werden durch einen Ring mit rückseitig

abgebrachten Knopf gezogen. Der Knopf ist oftmals aus vergoldeten Messing, oder aber

auch selten aus Echtgold gefertigt und gelegentlich mit Herstellerlogo (z.B. Godet, Wagner,

Sedlatzek usw) versehen. Dad Band der ranghöchsten Auszeichnung liegt oben an. Die Bänder werden von oben nach unten größer, so daß jedes Band einer Auszeichnung erkennbar ist.

Es sind weiterhin Knopflochschleifen mit einem Steg mit Ösen bekannt, in welchen Miniaturen

der Auszeichnungen eingehängt sind.Der Steg wird mittig am Ring angelötet.

Selten sind die Miniaturen auch an den dazugehörigen Bändern vernäht.

 

 
 

Die Tragebedingungen - auch Regularien genannt

 

 

 

Herstellerpunzen des Eisernen Kreuzes 2.Klasse 1914

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!

 

Herstellerliste:  

 

Halbmond Krone 800 (Punzierung Silber Deutsches Reich seit 1888)

+M+

+M+ o (null)
A
B
CD 800 (Carl Dillenius, Pforzheim)
CD 935 (Carl Dillenius, Pforzheim)
D (Deumer?)
ED
E.W

fo
FO 800

FW 835
Fr
FR (Friedländer, Berlin)
Fr W
G (Godet, Berlin)
G 800 + 800 in der Öse (Godet, Berlin)

G 835 (Godet, Berlin)

G & S (Godet und Sohn, Berlin bzw. Glaser ?)
H
HM
HB

HB 800
I.R. (?) 800
IS
I.W (Johann Wagner, Berlin ?)
I W Halbmond/Krone 800 (Johann Wagner, Berlin ?)
J.W.S (Johann Wagner und Sohn, Berlin ?)

I.W. 950 (Johann Wagner, Berlin ?)
K

K 800
K+
K und Krone
K im Kasten
K.A.G.

K.A.G. 800

KAW
K.M. (Königliche Münze, Stuttgart)

K.M. 800 (Königliche Münze, Stuttgart)
KO
KO 800
KP

LL (Louis lemcke, Berlin)
LM
LV (vermutlich Lieferverbund diverser EK Hersteller)
LV 4
LV 8
LV 10
LV 11
LV 15
LV 17
LV 19
LV 29
LV 42
LV 52
LV 60
LV 65
LV 75
LV 78
LV 80
LV 82

LV 88
LW
M oder IVI
M 800
MM (B.H. Mayer`s, Pforzheim unbestätigt!)
MFH
N
O

PS
PS 800
Q
"Quadrat" []
R
R.SCH.
RW
S
SILBER
S-W (Sy und Wagner, Berlin)
U
V
WA
We im Bandring
We in der Öse
We 800
WHM
W-S (Wagner und Sohn, Berlin ?)
W&S (Wagner und Sohn, Berlin?)
WILM (Hofjuwelier Wilm, Berlin)
WILM 800 (Hofjuwelier Wilm, Berlin)

WILM 925 (dto.)
WS (Wagner und Sohn, Berlin ?)
WuS ( dto. )

WS 800 ( dto.)

Y

Z

Z 800

L/11 (Deumer, Lüdenscheid)

L/54 (Schauerte und Höhfeld, Lüdenscheid)

L/57 (Boerger und Co, Berlin )

 

Silberstempel:

 

800 (häufig)

835

900 (unbestätigt!)

925
938
950

1000 (unbestätigt!)

 

(Quelle: http://h1797427.stratoserver.net/public_html/wbb3/board3-3/board144-eisernes-kreuz-1813-1870-1914/35017-an-die-1914-ekii-sammler/)

 

In den letzten Jahren sind vermehrt gefälschte Punzierungen insbesondere bei diversen Onlineauktionshäusern im Umlauf. Dies gilt vorherrschend für mit Silbergehaltsstempel aufgewertete Stücke. Entsprechende Punzierungswerkzeuge

sind in Zeiten des "www" ebenfalls bereits erhältlich. Es ist daher die entsprechende Vorsicht geboten!

 

Falls Ihnen weitere hier nicht aufgeführte Punzierungen bekannt sind, wäre ich für entsprechende Hinweise sehr dankbar. Nutzen Sie insoweit das Kontaktformular.

 

Feingehaltsbezeichnungen (Deutsches Reich vor 1.1. 1888)

 

1 Lot = 0,625/1000 (0,63/1000)

12 Lot = 750/1000

13 Lot = 812,5/1000 (813/1000)

14 Lot = 875/1000

15 Lot = 937,5/1000 (938/1000)

16 Lot = 1000/1000

 

(Quelle: Silberstempel aus Aller Welt, Jan Divis, Verlag Werner Dausien, Hanau, 6. Aufl. 2005)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Viel Spaß beim Durchstöbern meiner Page und vielen Dank für den Besuch!

 

Diese befasst sich mit dem Eisernen Kreuz 1914, insbesondere jedoch am weißen Band mit schwarzer Einfassung (umgangssprachlich "am weißen Band"). Dieses wurde überwiegend für den zivilen Bereich in der Krankenfürsorge, der Beamtenschaft, der Industrie, dem Klerus und im Diplomatentum vergeben. Die ersten Verleihungen erfolgten Ende 1914 und endeten im Jahre 1924 (sog. Nachverleihungen).

Die Anzahl der Verleihungen lässt sich mit rund 13.000 beziffern.

Dem Trägerkreis zugehörig war beispielsweise auch Konrad Adenauer (als preussischer Landrat für seine Verdienste um die Kriegsgesetzgebung).


Zusätzlich sind phaleristische Definitionen und eigene von mir gewonnene Erfahrungen mit diesem Spezialthema impliziert.

Die Page ist derzeit im Aufbau und wird noch weiter wachsen.

Ich danke bereits zum jetzigen Zeitpunkt auch den Sammlern und Händlern aus allen Teilen der Kontinente für die Bereitstellung

diverser Realien. (Thanks to H.M. für die gelegentliche Bildbearbeitung)

 

Für Fragen, Anregungen, Kritik und Lob nutzt Ihr bitte das Kontaktformular.

 

April 2013.

 

Free translator:

http://free-website-translation.com/?de