Die Geschichte des EK - eine chronologische Abfolge

 

(Abkürzungen: EK2w Eisernes Kreuz am weiß-schwarzen Band, EK2s Eisernes Kreuz am schwarz-weißen Band)

 

1813

 

Das Eiserne Kreuz wurde am 10.3.1813 durch Friedrich Wilhelm III., König von Preussen gestiftet. Die Unterzeichnung der Stiftungsurkunde erfolgte in Breslau.  Unter Ziffer 2. heißt es hierin u.a."... Beide Klassen haben ein ganz gleiches in Silber gefaßtes, schwarzes Kreuz von Gußeisen, die vordere Seite ohne Inschrift, die Kehrseite zu oberst unsern Namenszug FW. mit der Krone, in der Mitte drei Eichenblätter und unten die Jahreszahl 1813 und beide Klassen werden an einem schwarzen Band mit weißer Einfassung, wenn das Verdienst im Kampfe mit dem Feinde erworben ist, und an einem weißen Band mit schwarzer Einfassung, wenn dies nicht der Fall ist, im Knopfloch getragen..."

 

Das Eiserne Kreuz wurde von Karl Friedrich Schinkel entworfen; ein entsprechendes Schreiben hierzu vom 27.2.1813 des Kriegsrates Einsiedel an den Geheimen Kabinettrat Albrecht hat sich erhalten. Der Entwurf bestand aus einem Wachs- und einem Zinnmodell, bei welchem das Band durch einen einzelnen Ring gezogen werden konnte. Wann Friedrich Wilhelm III. letztendlich seinen Entschluß hierzu gefaßt und die ersten vorbereitenden Schritte dafür getan hatte, läßt sich nicht mehr nachweisen. Aus (typische preussischer) Sparsamkeit, war zunächst angedacht, nur die Erste Klasse in Silber zu fassen. Nachdem sich die Besorgnis Schinkels über den baldigen Verlust des Kreuzes (durch den einen Ring) schon während des Feldzuges bewahrheitet hatte, entwarf dieser eine Probe, bei welcher die unmittelbare Befestigung (Annähen) der ganzen Breite des Bandes an drei Ösen des oberen Kreuzarms ermöglicht werden konnte. Dies entsprach jedoch nicht der einfachen Bürde des Ordenszeichens und wurde somit nicht angenommen.

 

Insbesondere bei Stücken aus dieser frühen Periode sind daher (wegen des einen Rings) nicht selten (zeitgenössische) Reparaturen an der Ringöse zu erkennen. Frühe Anfertigungen des EK haben einen abgestuften, gegossenen Eisenkern, der in 2 silberne Rahmenhälften verlötet wurde. Es sind auch unzweifelhafte  Anfertigungen mit 2 dünnen Eisenkernen bekannt. Zeitgenössische (Verleihungs-) Stücke der Ersten Klasse sind (wie auch 1870) niemals gewölbt. Ob es die sogenannte 2. Verleihungsserie infolge Vererbungen um 1835/1839 gab, ist bis heute umstritten. Diese Stücke sind im Vergleich zu den frühen Stücken optisch abweichend (breiter Rahmen und Abweichungen im Kerndesign)

 

Punzierte Stücke aus dem Zeitraum 1813 sind durchgängig moderne Fälschungen!

Das EK II. wurde 1813 für Kombattanten  am 3,5 cm breiten, schwarzen Band mit 6mm weißer Einfassung; das Kreuz für Nichtkombattanten am 3,5 cm breiten weißen Band mit 6mm schwarzer Einfassung getragen.

 

Die Aushändigung eines Ersatzstücks im Falle des (kompletten) Verlusts durch den privaten Ordenshandel (Berliner Juweliere), als auch durch die Gleiwitzer Eisengießerei wurde von allerhöchster Stelle (dem Souverän) untersagt. Der Träger hatte sich an den Vorgesetzten bzw. an das Allgemeine Kriegsdepartment zu wenden und um entsprechenden Ersatz zu bemühen. Das Eiserne Kreuz verblieb beim Ableben des Trägers in dessen Familie und mußte nicht an die offiziellen Stellen zurückgeliefert werden. Dies galt später auch für die Verleihungen von 1870, 1914 und anschließend 1939.

 

Mit Datum 10.4.1813 erließ der in Breslau verweilende General von Dierike ein Schreiben an die Generalordenskommision (GOK), wonach "..sofort noch 500 Eiserne Kreuze erster und zweiter Klasse in der Berliner königlichen Eisengießerei bestellen..."

Die KPE wurde durch Graf von Reden im Auftrage der Preuss. Staatsregierung gegründeter Betrieb mit Betriebsstätten seit 1796 in Gleiwitz, seit 1804 in Berlin. Die Berliner KPE wurde später im Jahre 1874 aufgelöst. Die Fassung der Kreuze erfolgte zunächst durch den Goldschmied Neuwerker, der die entsprechenden Maschinen hierzu besaß und die Fassungen entsprechend verlötete. Letztendlich waren jedoch auch noch andere  Berliner Juweliere damit befasst. In diesem Zusammenhang wird die 1761 von Jean Godet in Berlin gegründete Juweliergeschäft - später Prägeanstalt (ab 1828 Hoflieferant, ab 1933 fusioniert mit der Fa. Wilhelm Deumer zu Gebr. Godet und Co) genannt. Um den im Verlauf des Krieges größer werdende Bedarf an Eisernen Kreuzen zu decken, wurden auch die Schlesischen Eisengießereien Gleiwitz  ( ein ensprechender Vorschlag des Majors von Thiele Direktor der 1. Division des Allg. Kriegsdepartments an General von Dierike ist datiert vom 18.5.1813) miteinbezogen und die Fassung durch die in Breslau ansässigen Gold- und Silberarbeiter vorgenommen. In Gleiwitz wurden die Gußformen für die Hestellung der Eisernen Kreuze noch bis 1945 verwahrt; danach gelten sie als verschollen.

 

Nachdem es 1813 aus technischer Hinsicht noch nicht möglich war, dem Eisen den Phosphoranteil zu entziehen (später erfolgte dies mittels des sog. "Thomas-Verfahrens", das eine Abweichung des Bessemer Verfahrens darstellte und um ca. 1880 in Deutschland flächendeckend in der Verhüttungsindustrie eingeführt wurde) und es dadurch oftmals sehr leicht sprang, wurden Überlegungen angestellt, schwarzes Eisenblech zu verwenden und dies entsprechend mit einer silbernen Fassung zu versehen. (Goldarbeiter Christian, Neisse)  Nachdem man jedoch recht zügig feststellte, daß auch starkes Eisenblech preislich keine erhebliche Differenz von Eisenguß aufwies und eine derartige Fertigung vergleichbar zeitaufwändig war, wurden diese Überlegungen  - auch aus optischen Gründen (ein weiterer Versuch erfolgte mittels Verwendung von Ofenrohr-Blech) verworfen.

 

Verleihungen von Eisernen Kreuzen am weißen Band mit schwarzer Einfassung (sog. Nichtkämpferband, Nonkombattantenband, am weiß-schwarzen Band - im Volksmund auch oftmals nur am weißen Band) wurden 1813 sehr selten ausgesprochen. Historisch bewiesen sind lediglich 2 Verleihungen der 1. Klasse mit der 2. Klasse am weißen Band; und zwar an Staatskanzler Karl August Fürst von Hardenberg und Wilhelm Freiherr von Humboldt.

In allen anderen Fällen wurde lediglich die Verleihung der 2. Klasse ausgesprochen.  Erster Träger der Verleihungen vom Sommer 1814 war hierbei General der Kavallerie von l`Estocq, welcher als Gouverneur von Breslau eingesetzt war. 1813 erstreckte sich der Trägerkreis zumeist auf Minister, hohe Staatsbeamte, preussische Vertreter bei ausländischen Mächten,  Beamte in der Militärverwaltung, Postbeamte, Etappenoffiziere, Land und Forstwirtschaftsbeamte, wobei auffällig ist, daß neben 31 Landedelleuten, 11 Kaufleute und 4 Professoren, 70 Zivilärzte das EK am weißen Band erhielten. Bei Militär- und Veterinärärzten und Feldgeistlichen war die Verleihungspraxis 1813 noch uneinheitlich. Hier waren ca. 180 Verleihungen am schwarzen Band mit weißer Einfassung (sog. Kämpferband, Kombattantenband, schwarz-weißes Band schwarzes Band) erfolgt, wenn eine entsprechende Tapferkeitstat vor dem Feinde nachgewiesen werden konnte. Als Beispiel hierfür kann der Bataillonsarzt Kuhn vom 1. Ostpreussischen Inf. Regiment hergezogen werden. Dieser nahm im Verlaufe des Gefechts bei Dannikow - Möckern mehrere französische Kavalleristen gefangen. Es handelte sich zwar um einen Militärangehörigen; dieser hatte jedoch nicht den Status eines Kombattanten inne.

Um eine genauere Abgrenzung zwischen Kombattanten und Nichtkombattantenstatus (auch sichtbar!) zu erreichen, griff man letztendlich auf die am 7.2.1815 gestiftete Kriegsdenkmünze (auch Pflaume, wegen der Form genannt)  zurück, welche dann (beispielsweise im geschilderten Fall)  am Band für Nichtkombattanten zu tragen war.

 

An Verleihungszahlen werden 1814 lediglich 135 Verleihungen genannt. Die endgültigen Zahlen sind der kgl. Ordensliste von 1817 zu entnehmen, da sich die Verleihungen der Eisernen Kreuze  bis 1817 hinzogen. Hier sind 342 Träger genannt. Erhaltene Realien von Nichtkombattanten aus dieser Zeit sind extrem selten! (am Kombattantenband: 9362  Verleihungen, Erste Klasse: 668 Verleihungen)

Das von der Generalordenskommission am 24.6.1819 erstellte Generaltableau ergab noch 9136 lebende Inhaber und 6813 Erbberechtigte. Das erste EK I erwarb Oberstlt. von Helwig im Gefecht bei Wanfried (17.4.1813); das letzte EK I wurde an Generalmaj. aD von Wuthenow 1817 verliehen. Das erste EK II am schwarzen Band Major von Borke (für Lüneburg) am 2.4.1813. Der erste Unteroffzier, der die erste Klasse erhielt war Peter Sielaff vom 2. Inf.rgt. (für Dennewitz 6.9.1813, der letzte Beliehene der II. Klasse am schwarzen Band war Feldwebel Hinz vom 13. Inf.rgt. für Lüdnitz 1817)

 

(Quellen: Louis Schneider, Das Buch vom Eisernen Kreuz, Berlin 1872, VDM Heinz Nickel Das Eiserne Kreuz 1813-1957, Saarbrücken 1997 mit Verweis auf die Edition Deutsches Ordenmuseum, 1990, Troschke Theodor, Das Eiserne Kreuz, Berlin 1872, Friedhelm Heyde, Das Eiserne Kreuz 1813-1914, Band I Preussensammlung Max Aurich Teil C, Osnabrück 1980, Wikipedia Das Onlinelexikon, Thomas Verfahren, Carl Eichendorff, 150 Jahre J. Godet und Sohn 1761-1911, Berlin 1911, Kgl. Ordensliste 1817, Wikipedia Das Onlinelexikon, Königlich Preussische Eisengießerei, Lange, G. Die preussischen Orden und Ehrenzeichen im orginalgetreuen Abbildungen, Berlin 1895)

 

Die letzten noch lebenden Veteranen von 1813 - Zeitungsartikel vom 27.1.1895

(Berlin)

 

 

August Schmidt (geb. 17.2.1795 in Anklam)

Prof. Dr. Franz Neumann (geb. 11.9.1798 in Johannisthal b. Berlin)

Leopold von Baehr (geboren als Leopold Neumann) (einzigster noch lebender Offiziersdienstgrad) (geb. 1793 in Ragnit)

Johann Chr. Kaufmann (geb. 4.1.1797 in Röttgenstein ?)

Gottlieb Nölte (geb. 10.8.1796 in Liebenwald)

 

(Quelle: Erast Schubersky in OMM 54, Juni 1993)

 

Aktive Weiblichkeiten im Feldzuge 1813? - Ja!

 

 

Friederike Krüger (alias August Lübeck), aus Friedland/Mecklenburg,

Unteroffizier, EK II. am Kombattantenband für Dennewitz, 

wohl die bekannteste aller Trägerinnen. Ihr Grab (+ 1848) ist heute

noch in Templin existent.

 

Eleonore Prochaska, Tochter eines Musikers

(alias: August Renz) bei den freiw. /Lützowschen Jägern.+ 16.9.1813 an der Göhrde

(Wald bei Lüneburg)

 

Charlotte Krüger aus Kolberg (?), Unteroffizier, EK II. Klasse am Kombattantenband bei Leipzig

 

Marie Werder

 

Ein junges namentlich nicht bekanntes Mädchen diente als Karl Petersen (Peterson) in der Reiterei (Kavallerie, schwarze Husaren) und erhielt als Wachtmeister das EK I. (!)

 

(Quellen: Ernst Dahn Neuere Zeit, [Schulbuch] um 1900, Wikipedia Das Onlinelexikon, Friederike Krüger)

 

1870 

 

Das Eiserne Kreuz wurde am 19.7.1870 durch König Wilhelm I von Preussen erneuert.

Unter Ziffer 2 heißt es hierzu in den Statuten: "die zweite Klasse wird an einem schwarzen Bande mit weißer Einfassung, wenn das Verdienst im Kampf mit dem Feinde erworben ist, und an einem weißen Bande mit schwarzer Einfassung, wenn dies nicht der Fall ist, im Knopfloch, die erste Klasse auf der linken Brust und das Großkreuz noch einmal so groß als die der beiden Klasen um den Hals getragen." Graphisch abgewichen wurde im Vergleich zu 1813 nur insoweit, als das Kreuz auf der glatten Vorderseite das W mit der Krone und darunter die Jahreszahl 1870 tragen solle. Am 22.7.1870 beauftragte der Souverän seinem Generaladjudanten von Tresckow unter Vorlage einer eigenhändigen Zeichnung eine entsprechende Probe (aus Wachs?) vorzulegen. Diese wurde umgehend angefertigt und ihm bereits am 30.7.1870 durch den Präses der GOK von Bonin, vorgelegt. Die ersten Verleihungen des EK erfolgten bereits von Mainz aus; das erste Kreuz zweiter Klasse erhielt Kronprinz Wilhelm für die Siege von Weißenburg und Wörth. Das erste Kreuz erster Klasse General Steinmetz. Kdr. der Nordarmee. Um den hohen Stellenwert des Eisernen Kreuzes wie 1813 zu erhalten, bestimmte Wilhelm I. das für patriotische Handlungen außerhalb des Kriegsschauplatzes (wie beispielsweise Sanitätsdienste und Verwundetenpflege) auch eine Würdigung auszusprechen sei; jedoch nicht durch das Eiserne Kreuz am weißen Band, sondern durch die Verleihung von Kronenorden 3. und 4. Klasse, sowie dem Allgemeinen Ehrenzeichen, jeweils unter Anbringung im oberen Kreuzarm in opaker Emaille weiß umränderten Roten Kreuz (Genfer Kreuz) am Erinnerungsbande (weiß 6 fach schwarz gestreift mit roten Randstreifen) Das vielfache (auch noch spätere!) Ansinnen hier auch das Eiserne Kreuz am weißen Band zu verleihen, wurde auf Anraten der Gen.ordenskommission am 7.6.1871 abgelehnt.

 

Als Trägerkreis können 1870 für das Eiserne Kreuz am weißen Band beispielsweise Militärärzte, Militärbeamte, Gendarmen, Kaufleute, Veterinäre, Akademiker, Pfarrer, Verwaltungsbeamte, Wissenschaftler usw. genannt werden. Militärärzte und Veterinäre erhielte -wenn sie im Feindesland Dienst leisteten- entgegen 1813 nicht die Kriegsdenkmünze am Nichtkombattanten-, sondern am Kombattantenband um ihren Status als "Kämpfer" zu deklarieren.  Die Kriegsdenkmünze wurde am 20.7.1871. durch Wilhelm I. gestiftet und bestand aus der eingeschmolzenen Bronze von eroberten Geschützen. Kombattanten erhielten Sie entsprechend mit einer Randgravur "aus erobertem Geschuetz". Nichtkombattanten erhielten eine Ausführung aus Stahl ohne Randgravur, entweder am Kombattantenband (z.B. für rückwärtige Dienste im Feindesland wie Gendarmen, Postillone, Förster usw), oder am Nichtkombattantenband, wenn sie in der Heimat ihren Dienst versahen. Damen erhielten diese Ausführung an der sog. Damenschleife / Damenmasche. Es handelte sich hierbei oftmals um Krankenpflegerinnen, Schwestern, Oberinnen von Anstalten, aber auch für wohltätige Spenderinnen,  welche diese stolz trugen, wie zeitgenössische Aufnahmen beweisen. Rund 2200 Trägerinnen wurde hierbei die Ehre zuteil, mit dem am seinem 74. Geburtstag durch Wilhelm I. gestiftete Verdienstkreuz für Frauen und Jungfrauen dekoriert zu werden. Dieses bestand aus einem schwarz emaillierten Eisernen Kreuz mit seilbernen Rahmen auf welches ein kleines Rotes Kreuz (Genfer Kreuz) in opaker Emaille aufgelegt ist. Die Rückseite zeigt in weißer Gravur gehaltene  W des Kaisers, sowie das A der Kaiserin Augusta und das Datum 1870/71. Es wurde auch an Ausländerinnen verliehen (beispielsweise an Florentine Tossa, Oberin der Schwestern von hl. Kreuz zu Ingenbohl/Schweiz, Miss Byron zu London, Oberin der Schwestern von All-Saints, Florence Nightingale, London, sowie sehr selten an Männer wie  Dr. med. Laseron, London).

 

Das Eiserne Kreuz 1870 wurde -wie 1813- ebenfalls nur in gerader Ausführung verliehen. Gewölbte Stück sind durchgängig Zweitstücke (private Anfertigungen), oder aber moderne Fälschungen. Als Hersteller werden die Berliner Ordenjuweliere J. Godet und Sohn, sowie Johann Wagner und Sohn (Hofjuweliere seit 1824)  genannt. Ob diese auch eigenständig die hierzu notwendigen Eisenkerne gossen, oder ob dies die KPE vornahm, ist bis heute nicht geklärt. Die erste Klasse weißt eine entsprechende Punzierung auf (Godet bzw.

I.Wagner & Sohn, 14 Löth: [löthig] = 875/1000 Silberanteil [Punzierung vor 1888])

Die zweite Klassen sind unpunziert und haben keinen abgestuften Eisenkern. Nicht selten weisen sie eine einseitig verlötete -und reparierte- Ringöse auf und sind sehr sauber verlötet. Gelegentlich sind Kernbrüche (wir erinnern uns an 1813) vorhanden. Insoweit verweise ich auf die Ausführungen zum sog. Thomas Verfahren.

 

 Es gibt von beiden Klassen mittlerweile unzählige Fälschungen, welche auch in diversen Onlineauktionshäusern kursieren.Oftmals sind diese relativ schlecht angefertigt und sowohl am Nadelsystem, dem unsauberen (vermutlich abgegossenen) Eisenkern, oder der falschen Punzierung erkennbar. Die häufigste Punzierung ist hierbei Deschler und Sohn München bzw. bei der zweiten Klasse eine Herstellerpunze in der Öse/Ring oder ein Silbergehaltsstempel. Vermutlich stammen diese Fertigung aus dem ehemaligen Ostblock, wo sie auf sog. "Polenmärkten" für ein paar Euro zu kaufen sind. Die bestechende Qualität der Orginalstücke wird bislang nicht erreicht. Gelegentlich werden die Kopien mit der Angabe "Centenarfertigung" um 1895  deklariert, angeboten. EKs mit Herstellerpunzierungen im Ring oder in der Öse sind

stets als Verfälschung eines EK 1870 zu betrachten; der Kern wurde hier abgegossen und der Rahmen stammt von einem EK 1914. (meistens von einer "billigen" 2. Klasse)

 

Zeitgenössische Zweitstücke (wie beispielsweise von der AWES-Münze, Albert Werner und Sohn, Berlin, Alexandrinenstraße - Fertigungen ab ca. 1900) sind präzise ausgeführt und sauberst verlötet. Sie besitzen jedoch zumeist breitere Kreuzarme, sind dicker und auch schwerer. Sie weichen vom Kerndesign von den "Verleihungsstücken" ab. Der Rahmen mancher dieser Zweistücke scheint vermessingt zu sein - spiegelt er sich im Licht scheint er gülden. Die AWES Münze fertigte besonders hochwertige Orden und Ehrenzeichen und besaß hierfür modernste Maschinen. Hierdurch war sie in der Lage auch später nach Stiftungserneuerung des EK 1914 durch W. II.  die in Sammlerkreisen beliebten "Kissenfertigungen" herzustellen. (Rückenplatte der EK 1 1914 Nadel und Schraubenstücke  haben eine Prägung, welche einem Kissen ähnelt; in Übersee wird von sog. "Pillowbacks" gesprochen). Der Betrieb wurde 1857 gegründet und 1941 aufgegeben.

Die Bandbreite der EK Bänder betrug 1870/71  im Regelfall ca. 2,5 - 3,2 cm.

 

An Träger des EK am weißen Band werden 1870 3050 genannt. Andere Quellen wie Hanns von Zobeltitz sprechen von 4013; vermutlich infolge Nachverleihungen, welche sich offenbar bis 1873 hinzogen (Erste Klasse: 1318, Kombattantenband: 43243) Die erste Klasse mit der zweiten Klasse am weißen Band wurde lediglich 13 mal ausgesprochen. (Dr. Abel, Christian Wilhelm Ludwig, Gen.arzt des 15. AK, Dr. Bardeleben, Heinrich Adolf, Gen.arzt und kons. Chirurg bei der 1.Armee, Dr. Beck, Bernhard Oktav, Gen.arzt des 14. AK, Dr. Böger, Karl, Armee-Gen.arzt der 3. Armee,

Dr. chalons, Heinrich Adolf Wilhelm, Gen.arzt des 5. AK, Hermann Fürst zu Hohenlohe-Langenburg, Groß. bad. Gen.ltn. zu Karlsruhe, Dr. von Langenbeck, Bernhard Rudolf Konrad, Gen.arzt und kons. Chirurg der 2. Armee, Dr. Löffler, Gottfried Friedrich Franz, Armee-Gen.arzt der 2. Armee, Graf von Maltzahn, August Joachim Mortimer, Obererbkämmerer im Herzogtum Schlesien auf Militsch, Hans Heinrich XI, Fürst zu Pleß, Königl. Kommissar u. Mil.inspekteur der freiw. Krankenpflege bei der Armee im Felde, von Wardenburg, Friedrich Owe Sophus Ludwig, Großh. sächs. Geh. Staatsrath und Kammerherr zu Wismar, Dr. Wilms, Robert, Gen.arzt und kons. Chriurg der 3. Armee, Frhr. von Zedlitz und Neukirch, Alexander Theodor P.K., Major aD u. Landschaftsdirektor)

 

Im Januar 1871 überreicht Wilhelm I. dem Unteroffzier Wilhelm Vollgraf, das Unikat

eines EK II. mit ergänztem silbernen Kreuzarm, der vs. und rs. die Gravur trägt "10. Januar 1871 - Parigne bei Le Mans". Vollgraf erhielt sein EK2 verliehen und trug es während eines Kampfes. Eine franz. Kugel traf den unteren Kreuzarm, prallte ab und führte zu einer kurzzeitigen Bewußtlosigkeit. Als Wilhelm I. davon erfuhr, ließ er Vollgraf zu sich rufen und erbat dessen EK2, sowie die deformierte Kugel. Diese ließ er in Gold fassen und ergänzte den beschädigten Kreuzarm mit Silber und der genannten Gravur.

 

Für den Feldzuge 1870/71 konnten bislang keine historisch gesicherten Quellen

von Verleihungen des EK an Frauen festgestellt werden.

 

 

(Quellen: Louis Schneider Das Buch vom Eisernen Kreuz, Berlin 1872, Das Eiserne Kreuz Volksbücher der Geschichte, Hanns von Zobeltitz Bielefeld / Leipzig, Verlag von Velhagen und Klasing, Estelmann M. in OuE Nr. 59 vom Febr. 2009 , Louis Schneider Das Verdienstkreuz für Frauen und Jungfrauen, Berlin 1872, Friedhelm Heyde Das Eiserne Kreuz 1813-1914 Band I Preussensammlung Max Aurich Teil C Osnabrück 1980, VDM Heinz Nickel, Das Eiserne Kreuz 1813-1957, Saarbrücken 1997 mit Verweis auf die Edition Deutsches Ordensmuseum 1990, Wikipedia Das Onlinelexikon Kriegsdenkmünze 1870/1871, Gerd Efler in OuE Nr. 53 vom Febr. 2008, Kgl. Preuss. Ordensliste 1872 )

 

Die silbernen Eichenblätter ("25") zum Jubiläum des Eisernen Kreuzes 1895

 

Anlässlich des 25. Jubiläums zum Deutsch-Französischen Krieg stiftete Kaiser Wilhelm I. am 18.8.1895 (dem Jahrestag der Schlacht von Gravelotte-St. Privat) die Silbernen Eichenblätter (drei) zum Eisernen Kreuz 1870 als Zeichen allerhöchster Gnade. Der Entwurf der Eichenblätter stammte aus der Hand des Kaisers. Diese sollten weiterhin aus "weißen Metall" gefertigt werden und möglichst weit unten über dem Eisernen Kreuz angebracht werden. (kriegsministerielle Anweisung vom 28.8.1895)  Die Eichenblätter waren privat im Ordenshandel zu beschaffen und konnten sowohl von Kombattanten, als auch Nichtkombattanten getragen werden. Es sind unzählige Versionen hiervon existent. Teilweise bestehen die Eichenblätter aus Silber(blech), oder aber aus versilberten Weißmetall und auch als sog. "Reduktion".

Es kursieren hiervon unzählige Fälschungen, welche auch in diversen Onlineauktionshäusern als vermeintliches "Orginal" angeboten werden. Es ist also Vorsicht geboten. Um möglichst sicher zu sein, sollten derartige Stücke lediglich fest angebracht auf einer zeitgenössischen Ordensspange gekauft werden. Die Eichenblätter sind Revers versplintet. Die Splinte brachen oftmals ab, so daß auch gelegentlich Orginalstücke zu finden sind, bei welchem zwei kleine Löcher durchgebohrt sind, um das Eichenlaub auf dem Band zum EK entsprechend anzunähen. Es sind auch Varianten bekannt, welche eine Kupferschlaufe zum Durchstreifen des Bandes besitzen. 

 

Der Gedanke, im Jahre 1920 anlässlich des 50. Jahretags des Deutsch Französischen Krieges eine Eichenblattspange in Silber mit der goldenen Zahl 50 zu schaffen und den noch lebenden Veteranen von 1870/71 eine Trageerlaubnis zu erteilen, wurde durch den Reichskanzler abgelehnt  (auch im Hinblick auf die politische Situation im Deutschen Reich).

 

(Quellen: Friedhelm Heyde, Das Eiserne Kreuz 1813-1914 Band I Preussensammlung Max Aurich Teil C Osnabrück 1980, VDM Heinz Nickel, Das Eiserne Kreuz 1813-1958, Saarbrücken 1997 mit Verweis auf die Edition Deutsches Ordensmuseum 1990, Scharfenberg/Thiede, Lexikon der Ordenskunde Battenberg 2010, Lange, G. Die preuss. Orden und Ehrenzeichen in orginalgetreuen Abbildungen, Berlin 1895)

 

 

1914

 

Nachdem Wilhelm II. als Kaiser und König von Preussen am 1.8.1914 in seiner berühmten Rede ("Ich kenne keine Parteien, ich kenne nur noch Deutsche")

zu den Waffen gerufen hatte und somit in Treue fest zu seinen Bündnispartnern

der Mittelmächte stand, begann die Kriegsmaschinerie von Neuem zu laufen ("Wieder gegen Frankreich"). Millionen gleich welcher Rasse, welcher Religion und welcher Staatsangehörigkeit verbluteten auf den Schlachtfeldern im Westen und Osten, im Süden, auf den Weltmeeren und in Übersee. Eine ganze Generation junger Männer wurde in einem 4 Jahre dauernden Krieg geradezu ausradiert und traumatisierte

das Land noch Jahre später. Der vielfach im August 1914 verbreitete Enthusiasmus, bis Weihnachten wieder zuhause bei den Liebsten zu sein, verflog schnell. Insbesondere im Westen kam der völkerrechtswidrige Vormarsch über Belgien schnell ins Stocken und man grub sich in langwierige und verlustreiche Stellungskämpfe ein. Ein neuer Akt des Krieges war geboren. Am 5.8.1914 erneute Wilhelm II. bereits die Stiftung des Eisernen Kreuzes 1870, welches damals von seinem Vater Wilhelm I. ausgesprochen wurde.

Die Statuten blieben weitesgehend unverändert; lediglich die Jahreszahl wurde in 1914 umgeändert. Eine wesentliche Abweichung war jedoch, daß das EK -entgegen 1870-

nicht für Verdienste in der Heimat außerhalb des Kriegsschauplatzes verliehen werden sollte. Man war sich offenbar der Schwierigkeiten der Zuerkennung des Nichtkämpferbandes und der hieraus resultierenden Bemessung der Verdienste bewußt. Sehr interessant ist hierbei, daß -wie auf der oben gezeigten, mit den Regularien versehenen, zeitgenössischen Postkarte auch ausdrücklich die "Beamtenschaft" (als Wächter des Staates wie bis heute), die Mitglieder der freiw. Krankenpflege und auch ausdrücklich die Verbündeten erwähnt sind.

 

Nachdem 1914 nahezu 13 Mio. Heeresangehörige unter Waffen standen (ohne Angehörige der Kriegsmarine) und seit dem Sieg über Frankreich auch in den neu

hinzugewonnenen Reichsland Elsaß - Lothringen die Mauern geschliffen wurde (so wurden beispielsweise Straßburg und Metz zu Garnisonsstädten ausgebaut), was wohl insbesondere auch aus taktischen Gründen und der Nähe zum Erbfeind Frankreich resultierte, war man sich in Berlin durchaus zügig bewußt, daß man entgegen der 1813 und 1870 geübten Praxis, das EK quasi aus der Hand des Kaisers zu verleihen und die Verleihungsurkunden eigenhändig zu unterzeichnen, nicht mehr aufrechterhalten konnte. Der Souverän wies daher bereits am 2.9.1914 den Chef des Mil.kabinetts Frhr. von Lyncker an, daß die kdr. Generäle das Recht hätten, in ihren Zuständigkeitsbereichen Verleihungen des EK  für Tapferkeitstaten im Namen des Kaisers auszusprechen. Der Vorbehalt von Wilhelm II. die erste Klasse entsprechend selbst auszuzeichnen wurde, wie auch der Vorbehalt der Verleihung für Angehörige der Kriegsmarine (so ein Schreiben vom 14.9.1914 an den Chef der Hochseeflotte) letztendlich im Verlauf des Krieges umgestoßen. Ab 15.11.1914 wurde die Ermächtigung an die kdr. Generäle erweitert, daß diese nunmehr auch Zivilbeamte, welche nicht der Armee zugeordnet waren, zum Vorschlag bringen konnten. Der Verzicht auf das Verleihungsrecht der 2. Klasse und die allzu oft praktizierte

Verfahrensweise, der allzu großzügigen Verleihung des Kreuzes aus Eisen führte somit alsbald zu einer massiven Entwertung des EK, im Gegensatz zu dem noch hohen Stellenwert 1813 und 1870. Man sprach zurecht vom sog. "Kasinokreuz".  An Trägern fanden sich somit auch Sanitäts, Verpflegungs, Ordonanz, Nachrichtenoffziere, Adjutanten und Intendanturbeamte (zum Stab gehörend). Diese Zustände wurden ausführlich in einem Schreiben des Chef des Mil.kabinetts an den Oberbefehlshaber der 9. Armee am 25.1.1916 und später auch noch am 15.7.17 und 3.2.18 beklagt; man habe sich insoweit an die Statuten zu halten - vergebens.  Mit Datum 16.3.1915 wurde die Verleihung des EK insoweit erweitert, als das es am Kriegsband (Kämpferband) für Verdienste in der Heimat verliehen werden konnte, wenn diese auf Militärverdienste / Kriegswichtige Verdienste fundierten. Ansonsten erfolgte die Verleihung am weißen Band. Was dies letztendlich bedeuten sollte, war aufgrund dieses recht unbestimmbaren Begriffs unklar, so daß es wohl zunächst im pflichtgemäßen Ermessen des Einzelnen Oberkommandierenden stand, wer nun das EK erhielt und wer nicht. Am 12.7.1915 erfolgten deswegen klarstellende Grundsätze. Hiernach erhielt das Kämpferband nur derjenige, welcher militärische Verdienste erwarb. Das weiße Band wurde für hervorragende mit dem Kriege im Zusammenhang stehende Verdienste auf militärischen, politischen oder wirtschaftlichen Gebiet, sowie auf dem Gebiet der Kriegsgesetzgebung, der Vewaltung oder Wohlfartspflege vergeben.  Als hervorragend sah man Verdienste in leitender Position durch Organisationstalent oder ungewöhnliche Einzelhandlungen an. An Trägerkreisen können hier beispielsweise obere und untere

Vewaltungsbeamte (bei Staatsministern, Oberpräsidenten, Landräten u. Bürgermeistern standardmäßig nahezu immer), Forscher, Mediziner, Förster, Baumeister, Architekten, Eisenbahner, Hofbeamte, Polizeibeamte, Leitende Persönlichkeiten der Industrie, Zahlmeister, Juristen und Geistliche, aber auch Angehörige der Kriegswohlfahrt genannt werden. Insoweit sei auf meine Rubrik Träger auf der Homepage verwiesen, welche hierzu einen Einblick geben soll. Hieraus ist auch die in Teilen der Sammlerschaft irrige Annahme ersichtlich, wonach der "Standard"- Träger des EK2w (nur) als Sanitäter bzw. Sanitätsoffizier, oder in der Kriegswohlfahrt seine Dienste verrichtete, was eindeutig falsch ist. (Es wird hierbei immer wieder die Kombination der Dekorationen: EL2w, VKfKH, RKM und ggf. Ehrenkreuz für Kriegsteilnehmer zur Sprache gebracht) Angehörige der Sanitätstruppe erhielten zumindest im Feindesland das EK2s (also am Kämpferband), was auch aus Nachlässen und Fotographien (Trägerportraits) eindeutig hervorgeht.

Sämtliche Mißverständnisse der Tragegrundsätze waren jedoch nicht ausgeräumt, weswegen beispielsweise das Köngliche Staatsministerium am 20.10.1916 hierüber -jedoch ohne konkrete Ergebnisse- tagte, auch weil Wilhelm II. seine Absegnung verweigerte. Die Inflation schritt weiterhin fort.

Mit Datum 18.5.1917 wurde durch Allerhöchste Kabinettsordre den Zivilbeamten der Heeresvewaltung infolge der Zugehörigkeit zu einer militärischen Abteilung, der Status von Militärbeamten zugesprochen, was zu zahlreichen weiteren Verleihungen des EK auch (noch!) an diesen Trägerkreis führte. Jeder "Schreibtischtäter" wollte auch mit dem Kreuz aus Eisen (natürlich am Kämpferband!) bedacht werden. Dies führte zu zusätzlichen Verstimmungen der Fronttruppen, welche tagtäglich an vorderster Linie Tod und Verderben ausgesetzt waren. So kam es nicht selten vor, daß ein Etappenhengst -auch noch in der Heimat!-

das "Signum" EK am Kämpferband stolz am Waffenrock trug; ein traumatisierter oder kriegsbeschädigter Frontkämpfer jedoch nicht. Dies beschäftigte sogar den Reichstag in Berlin, wo ein Fall eines Hofschauspielers (Clewing) geschildert wurde, welcher sogar mit der 1.Klasse (!) bedacht wurde, als er mit seinem Gefolge zwecks Schauspieldarbietungen die Front im Osten im Kriegsjahre 1917 bereiste (zeitg. Portraitaufnahme von Clewing  in der Rubrik CDV), oder aber auch der Fall eines Journalists, welcher mit dem EK bedacht wurde, obschon er zu keinem Zeitpunkt an der Front war (und er somit als 1. der Kompagnie das EK trug!).

Es wurden daher auch Überlegungen angestelt, das EK mit einer Zusatzdekoration zu versehen, um die Fronttruppe ausreichend zu würdigen. - Diese Pläne wurde jedoch zu keinem Zeitpunkt umgesetzt. Immerhin stiftete Wilhelm II. (viel zu spät!) das Verwundetenabzeichen 1918, welches nunmehr einen Frontkämpferstatus anzeigen und auch Aussicht auf eine spätere Kriegsbeschädigtenversorgung stellen konnte.

 

An Verleihungszahlen werden für die 2. Klasse am Kämpferband ca. inflationäre 5,2 Mio genannt; die Erste Klasse wird mit  ca. 218.000 Verleihungen angegeben. Verleihungen am Nichtkämpferband erfolgten (so zumindest der Forschungsstand heute) von 1914 bis Ende des Verleihungszeitraumes ca. 13.000. Verleihungen der 1.Klasse zur 2. Klasse am Nichtkämpferband sind 1914 -wie 1813 und 1870- als extrem selten zu bezeichnen. Historisch belegt sind beispielsweise die Verleihung beider Klassen an den Oberpräsidenten der Rheinprovinz und späteren preuss. Staatsminister Freiherr von Schorlemer, welcher früh bereits die zweite Klasse am 22.3.1915 und die erste Klasse am 26.1.1917 erhielt. Insbesondere ab ca. Mitte  1916 ist eine utopische Anzahl von Verleihungen der 2. Klasse [am Kämpferband] festzustellen (sogenannter  2. Verleihungsabschnitt).

Für die Verleihungen am Nichtkämpferband ist -wie meine bisherigen Recherchen ergaben- ein deutlicher Anstieg ab ca. Ende 1917  - Anfang 1918 zu konstatieren, was sich auch mit den bereits vorgefundenen Akten im Berliner GenStA deckt. (Schriftwechsel GenSt Chef Hindenburg mit dem Chef des Zivilkabinetts Dr. von Valentini vom 6.7.1917, in welchem dringend angeraten wurde, die Zahl der ausgesprochenen Verleihungen am weiß-schwarzen Band an führende Mitglieder der Industrie [insbesondere a.d. Chemische] zu erhöhen.

So teilt auch Ludendorff von Valentini am 21.7.17 mit, "...daß bislang nur 1445 Eiserne Kreuze am weiß-schwarzen Band für Heimatverdienst ausgegeben wurden..." )

Aus den Memoiren des preussischen Generals Adolf Wild von Hohenborn ergibt sich ähnliches. So wird zum Brief vom 9.6.1916 an seine Frau angeführt, daß "... Wilhelm II.

das für Kriegsverdienste in der Heimat bestimmte EK am weiß-schwarzen Band nur verhältnismäßig selten zu verleihen bereit war..".

Ähnlich ergibt sich auch aus einem Brief des Industriellen Carl Duisburg vom 19.1.1916 an einen Abteilungschef beim Chef des Gen.stabes des Heeres, wonach er nunmehr auch als 1. der chemischen Industrie mit dem EK am weiss-schwarzen Band bedacht worden sei und er diese Benachteiligung gegenüber den anderen Industriezweigen (mit weniger Gefahren) bereits deutlich habe mitgeteilt. Er sei jedoch über das weiss-schwarzen Bändchen erfreut (obschon ihm das schwarz-weisse lieber gewesen sei); Das Weisse sei allerdings deutlich seltener und auch unschuldiger. Zum gleichen Zeitpunkt (Juli 1917) waren bereits 49.600 EK1 und 2.200 500 EK2 am schwarz-weißen Band, sowie für "Heimatverdienst" 117 EK 1 und 3543 EK 2 verliehen worden. Dies entspricht einer Quote von 125 EK2 am schwarz-weißen Band - zu 1 in der "Etappe" vergebenes Kreuz!. (Quelle: Staatsbibliothek Berlin)

 

Nachdem das "Alte und Morsche" zusammengebrochen, Wilhelm II. floh ins Exil in die Niederlande, und die Republik ausgerufen wurde -  das Deutsche Reich im Wald von Compiegne kapituliert hatte und nunmehr am Boden lag, wurde mit Beschluß der Reichsregierung vom 14.12.1918 ab sofort die Verleihung von Orden und Ehrenzeichen eingestellt. (ausgenommen zu einem früheren Zeitpunkt verliehene, vorallem Kriegserinnerungszeichen) Dieses Verbot wurde bereits am 8.7.1919 aufgehoben, was aufgrund einer Resolution der verfassungsgebenenden preuss. Landesversammlung geschah (Art. 109 d. Weimarer Reichsvefassung) Somit konnten Wiederverleihungen -mit einigen späteren Unterbrechungen- erfolgen. Am 21.2.1924 wurden sämtliche Dienststellen der Reichswehr angewiesen, als letzten Antragstermin den 31.5.1924, 12.00 Uhr (in typischer preussischer Gründlichkeit) festzusetzen. Die Abwicklung zog sich dann jedoch noch bis 7.3.1925 hin. Später gestellte Anträge wurden abgelehnt, was beispielsweise im Berliner Tagblatt noch im Jahre 1934 klargestellt wurde.

 

Der Großteil der Verleihungen am weiß-schwarzen Band wurde im Zuge der Nachverleihung nach 1918 ausgesprochen. Insbesondere Urkunden, welche in den ersten Kriegsjahren (die mir bekannten, frühesten Urkunden sind ab 1915 datiert) ausgestellt wurden, sind als durchaus selten zu betrachten.

 

Hinsichtlich der Verleihungspraxis zum EK2w nach Kriegsende sei auch auf die Ausführungen in der Abhandlung zur Spange zum EK verwiesen.

 

Das Eiserne Kreuz 1914 wurde sowohl in der 1., als auch in der 2. Klasse bis Kriegsende stets aus einem Eisenkern und einem silbernen Rahmen/Platte  hergestellt. Eine Herstellung aus Ersatzmaterialien wie beispielsweise Zink oder Weißmetall erfolgte nicht.  Aus Gründen der Rohstoffverknappung infolge der Blockadepolitik der Alliierten wurden ab ca. Mitte-Ende 1916 beispielsweise die Rotkreuzmedaille 3. Klasse, die Centenarmedaille oder gar die Dienstauszeichnungen aus Zink hergestellt. Nach Kriegsende sind vermeintliche Fertigungen des EK aus Ersatzstoffen bekannt (z.b. Messing, Kupfer oder sog. Einteiler) Gerade Anfertigungen der 1. Klasse sind wie 1813 und 1870 als Verleihungsstücke zu bezeichnen. Gebogene Anfertigungen oder Anfertigungen mit Schraubscheibe(n) gelten in Sammlerkreisen eindeutig als privat beschaffte Zweitstücke. Es sind hier unzählige Anfertigungen in verschiedenen Formen (auch Reduktionen von Godet oder Meybauer) und Varianten bekannt. Es dürften insgesamt deutlich mehr als Hundert sein. Genannt seien hierbei beispielhaft: Meybauerfertigungen mit kreuzförmiger Gegenplatte, Stücke des Deutschen Offiziersverein, der Stuttgarter Münze KMST, Stücke mit Victoria Schraubscheibe, oder Anfertigungen von Hansen oder Koch und Bergefeld und Godet mit zusätzlichen Tragehaken, um nur einige zu nennen. Dazu gelangen Stücke mit rückseitigen Silbergehaltsstempeln (häufig: 800, seltener 825,835,900,925,930 und 950/1000). Von den 900 und 950/1000 punzierten Stücken sind mir bislang nur private Anfertigungen des Hersteller Meybauer mit und ohne Wappenpunze bekannt. Sämtliche Stücke mit 930/1000 Punzierung werden dem Pforzheimer Hersteller Zimmermann zugeschrieben [blue core pieces]).

 

Verleihungsstücke der 1.Klasse wurden beispw.durch die Berliner Ordensjuweliere Gebr. Friedländer, J.H. Werner, Wagner und Sohn, J. Godet und Sy-Wagner produziert. was mittlerweile aufgefundene Berliner Akten darlegen. An auswärtigen Herstellern wird auch z.B. Klein und Quenzer (für die 2. Klasse) genannt. Sämtliche Fertigungen bis zu einer Periode von ca. Mitte - Ende der 30er Jahre besitzen die typische schlanke "Schinkelform"; spätere Anfertigungen sog. Veteranenstücke haben die breiten Kreuzarme und oftmals einen recht unsauber gefertigten Kern. Diese Anfertigungen wurde nicht selten zur Wiederholungsspange zum EK 1939 getragen. Es dürfte nahezu unmöglich sein, jeden Hersteller der Kreuze von 1914 jemals zu identifizieren. Entsprechende -zuverlässige- Listen sind bis dato nicht aufgetaucht.

1914 bewegt sich die Bandbreite zwischen ca. 2,0 und 3,2 cm.

 

Insbesondere bei Anfertigungen von 1914 ist Vorsicht geboten. Es werden mittlerweile billige Kopien aus den EX-Ostblockstaaten im Handel angeboten, aber auch relativ gut gemachte Fertigungen. Zumeist sind diese Kopien durch abweichende Zahlendesign, unsauber verlötete Zargen, schwammig geprägte Eisenkerne oder nicht zeitgenössische Nadelsysteme und modern aufgebrachten Rostspuren zu entlarven. Gelegentlich sind sie mit Herstellerbezeichnungen wie Deschler und Sohn und als unmagnetische Zinkkopien zu finden. Im Zweifel sollte der Sammler das Stück stets in die Hand nehmen und ggf. auch unter Zuhilfenahme einer Lupe begutachten.  Billige Preise bedeuten zumeist auch nichts Gutes. Es gilt hier auch der altbewährte Sammlergrundsatz: Gier macht Blind!

 

(Quelle: VDM Heinz Nickel, Das Eiserne Kreuz 1813-1957, Saarbrücken 1997 unter Verweis auf die Edition Deutsches Ordensmuseum 1990; www.reichstagsprotokolle.de

97. Sitzung, Wahl in OuE 86 August 2013, Gerd Scharfenberg und K.-P. Merta in BDOS Jahrbuch 2001, Adolf Wild von Hohenborn, Briefe und Tagebuchaufzeichnungen eines preuss. Generals S. 162/163)

 

1914/18  sind folgende Verleihungen an Frauen historisch belegt:

 

Elfriede Scherhans geb. Buchholz EK am 16.10.1914 für die Bergung von Verwundeten während der Schlacht zu Tannenberg (Ostpreussen)

Sophie Gräfin zu Törring-Jettenbach EK am 9.1.1915 für die Krankenfürsorge in Vestes 

Lonny Herta von Versen EK am 31.1.1915 für ihre Hilfe bei der Operation Verwundeter unter feindl. Beschuss.

Frieda Gessert EK 8.10.1914 für die Bergung von Verwundeten

 

Wilhelm II. machte diese Verleihungspraxis jedoch rückgängig. Als Zeichen allerhöchster Gnade durften die Trägerinnen das Eiserne Kreuz jedoch behalten und in ein Schmuckstück fassen lassen. Ob sich die Realien erhalten haben, ist bis dato nicht geklärt.

 

(Quelle: Volksbücher der Geschichte Das Eiserne Kreuz, Hans von Zobeltitz, Verlag Velhagen und Klasing, http://hriesop.beepworld.de/militaer.htm )

 

Der jüngste Kriegsteilnehmer 1914/1918 ?

 

Dies dürfte höchstwahrscheinlich der Kriegsfreiwillige Fritz Lehmann aus Leipzig, welcher am 4.1.1900 geboren wurde, gewesen sein. Ob er den Krieg überlebt hat, ist mir nicht bekannt. Zeitgenössische Ansichtskarten von ihm wurden damals im Handel vertrieben.

Andere Quellen sprechen von Peter Spelter aus Köln, welcher als 14 jähriger freiwillig ins Feld einrücken wollte, jedoch von Offizieren zurückgeschickt wurde. Außerdem werden Alfons Baule und Karl Albes erwähnt. (Inf.rgt 77) Überliefert ist auch der Fall des Bar M. Joseph Zippes, Jude, welcher sich als 13 jähriger unerkannt unter die Kriegsfreiwilligen mischte. Im Krieg erlitt er beidseitigen Beinverlust. Zweiter 13 jähriger war Emil Huber (geb. 7.10.1900 in Offenburg, gest. 17.4.1939; Gefr. IR 172), welcher von der NS Propaganda zum "jüngsten" Teilnehmer deklariert und entsprechend seines Todes medienwirksam gewürdigt wurde. Dies dürfte wohl mit seiner Nichtjüdischen Abstammung zu erklären sein.

 

(Quelle: Für König und Vaterland, Hildesheim im 1. Weltkrieg, Heinemann, Felmeden in OuE 77, Febr. 2012 unter Verweis auf Fürst M. Juden in Deutschen Armeen - Teil meiner Familiengeschichte... in "Der Schild" Nr. 2, 2. JG, RJF e.V. vom 1.6.2008)

 

Jüngster Träger des EK ?

 

Dies ist historisch nicht eindeutig belegt und wird sich auch nicht mehr vollständig aufklären lassen.  Höchstwahrscheinlich war dies der  16 1/2 jährige  Soldat Manfred Bendit.  Er diente als Kriegsfreiwilliger beim 21. Inf.rgt. war Jude und fiel 1917; weiterhin der spätere General Horst von Mellenthin, welcher ebenfalls als 16 jähriger und Kriegsfreiwilliger das EK2 erhielt, sowie der spätere Dr. Hans Kuhn, ebenfalls Jude, welcher 1916 als noch 16 jähriger Leutnant ebenfalls das EK2 und dann das EK1 erhielt. Der bereits erwähnte Peter Spelter (1./Ersbtl. KIR 145) erhielt das EK2 ebenfalls als 16 jähriger im Mai 1915. Da es möglich war, als 16 jähriger mit Einwilligung der Eltern als Kriegsfreiwilliger gemeldet zu werden, dürften noch weitere Träger in Frage kommen.

 

(Quellen: Altstadtverein-fürth.de, lueben-damals.de, Wikipedia Das Onlinelexikon Horst von Mellenthin)

 

 

Die Wiederholungsspange (Spange) zum Eisernen Kreuz 1870  

 

Obschon seit 1870/71 über 40 Jahre ins Land gezogen waren, stellte sich alsbald die Frage, wie mit den noch lebenden Veteranen, welche oftmals wegen des hohen Lebensalters auch freiwillig in Reservestellungen ihren Dienst fürs Vaterland versahen, hinsichtlich der Verleihung von Orden und Ehrenzeichen (hier: dem wiedererneuertem Eisernen Kreuz) umgegangen werden sollte. Zunächst einmal ermangelte es an einer entsprechenden Ordre.

In der Verleihungspraxis behalf man sich deshalb dahingehend, daß  Veteranen, die bereits die zweite Klasse des EK 1870  besaßen, diese entsprechend bei einer Neuverleihung angerechnet und somit das EK1 1914 verliehen wurde.  Prominentes Beispiel hierfür war "Des Kaisers Erster Husar" GFM von Mackensen, welcher 1870 mit der 2.Klasse bedacht worden war und 1914 die erste Klasse erhielt. Entsprechende zeitgenössische Portraitfotos haben sich erhalten. An weiteren Beispielen seien Major a.D. Fosseler und Hauptmann a.D. Rückert genannt. Fosseler erhielt (als Kdr. des II. Ldstrm. Bat. Mannheim) das EK 1 am 13.3.1915; die zweite Klasse 1870 erhielt er im Zuge der Nachverleihungen am 6.4.1872. Als weiteres Beispiel gilt Oberst Waizenegger (seit Ende Sept. 1914 Kdr. des Lstrm. Bat. Krhe.), welcher mit der ersten Klasse am 24.1.1915 bedacht wurde. Es bleibt anzunehmen, daß insbesondere bei Kriegsbeginn sofort reaktivierte Veteranen in den oberen Rängen (insb. Generalsränge) entsprechend berücksichtigt wurden.

Diese Praxis wurde jedoch nicht konsequent angewandt, was ein sich erhaltenes Portraitphoto des Obersten von Gemmingen-Hornberg zeigt. Dieser trägt hierauf stolz sein EK 2 1870 und darunter sein EK 2 1914, was darauf deutet, das das Foto als vor Stiftung der silbernen Spange entstand.

In den Erinnerungen des preussischen GenLt. Viktor Friedrich A. Dallmer (und Träger des EK2 1870) findet sich hierzu (zusammenfassend): ".. am 22.9.14. übergab mir General von Bertrab in Chauny das EK2 mit der Bemerkung, daß noch nicht entschieden sei, 

ob wir "alten Kreuzträger" von 1870 nicht gleich die 1. Klasse erhalten sollten.... so konnte ich am Abend im Hotel Pot d`Etain im großen Kreise mit 2 EKII im Knopfloch zum Abendessen erscheinen, was immerhin einiges Aufsehen erregte..."

 

Am 4.6.1915 - nunmehr endlich- wurde eine Verordnung hinsichtlich der "Spange zum EK" gestiftet, welche unabhängig davon, ob die -erneuten- Verdienste auf dem Kriegsschauplatz, oder in der Heimat erworben wurde, verliehen wurde. Die Spange bestand aus einer kleinen silbernen Spange, auf welcher in der Mitte ein verkleinertes (schwarz emailliertes) Eisernes Kreuz mit der Jahreszahl 1914 angebracht wurde. Aus einem in den Akten des Bad. Generallandesarchiv aufgefundenen Schreiben vom 3.7.15 ergab sich weiterhin, daß die "Spange" nicht nur als Stufe zwischen EK2 und EK1 anzusehen war, sondern auch Träger zur Verleihung vorzuschlagen wären, welche bereits im jetzigen Feldzug mit der 1. Klasse dekoriert worden waren.  Als Beispiel sei der sächsische Gen. Hans von Kirchbach genannt, welche bereits früh 1914 die erste Klasse erhielt und später -ohne Datum- die Spange zum EK.

Die offiziell von der GOK verausgabten (sehr hochwertig sauber gefertigte und emaillierte  Stücke) waren mit einem Bügel (Heyde spricht von einer Kupferschlaufe)  versehen, durch welches ein dann über dem EK Band aufgelegtes zweites EK Band durchgezogen werden konnte. Privat beschaffte Anfertigungen (mit gekörnter oder glatter Vorderseite)  waren mit zwei kleinen aufgelöteten spitzen Splinten versehen, welche durch das EK Band durchstochen und umgebogen werden konnten. Als einzigster Hersteller wird bislang der Berliner Ordensjuwelier J.Wagner und Sohn genannt. Diese Anfertigungen waren entsprechend notwendig, um die Spange auf die große Ordensschnalle über dem EK anbringen zu können. Entsprechende Realien haben sich erhalten. Die seit einigen Jahren im Handel und insbesondere bei großen Internetauktionshäusern angebotenen Spangen mit der rückseitigen Herstellerpunzierung J.Wagner und Sohn, Berlin Halbmond, Krone 800 (Silberstempel Dt. Reich ab 1888) sind ausschließlich in den Bereich moderner Fälschungen einzuordnen.

Generell ist höchste Vorsicht geboten, wenn Ordensschnallen mit aufgebrachter Spange zur Disposition gestellt werden; diese sollten keinesfalls nur anhand von Fotos auf Internetauktionen erworben, sondern persönlich in Augenschein genommen werden. Hierbei kann zumindest u.U. festgestellt werden, ob die Spange modern aufmontiert wurde, oder ob es sich um ein unzweifelhaftes Orginal handelt. (z.B. durch Begutachtung etwaiger Löcher im EK Band)  Was insbesondere auch hier zählt, ist der Gesamteindruck der Ordensschnalle und eine entsprechende (wenn vorhandene) Provenienz. Ansonsten muß der Erwerber damit rechnen, daß er teures Lehrgeld bezahlt - und sich der Fälscher über eine nicht unerhebliche Geldmehrung freut!

 

An Verleihungszahlen werden bis Nov. 1915 659 Spangen genannt; später im Okt. 1917 ist von 859 Spangen die Rede. Bis Kriegsende wird von einer Trägeranzahl im Bereich von 900 - 1000 ausgegangen werden können. Verleihungen der Spange zum EK2 am weißen Band sind als extremst selten anzusehen. Namentliche Beispiele hierzu sind beispielsweise Dr. med. Karl Flügge, Geh. MedR, Dir. des Hyg. Instituts d. Universität Berlin und Dr. jur. et med. Wilhelm Kahl, Geh. JR. - Flügge erhielt seine silberne Spange zum EK2w 1916 und Kahl Ende 1917 - Anfang 1918, als fast nahezu sicher ist auch, daß Max H. von Schinckel, Bankier, Vorstand der Norddeutschen Bank AG die Spange zum EK 1870 am weißen Band erhielt.

 

Mit Abdankung des Kaisers im November 1918 wurden die Verleihungen zunächst eingestellt; am 1.7.1919 erging eine Ordre durch den Präses des Staatsministeriums an alle Staatsminister und und Reichsminister, sowie der GOK, daß ...." betreffend der Zivilpersonen eine einmalige Schlußverleihung des EK2w durch das Staasministerium stattfindet. Entsprechende Vorschläge sind mittels Sammellisten zum 1.9.1919 -für die im Ausland ansässigen Personen bis 1.7.1920-, vorzulegen.  An den bestehenden Verleihungsgrundsätzen wurde festgehalten. Mit Schreiben vom 10.5.1920 teilte das Reichswehrministerium den untergeordneten Dienststellen mit, daß die Staatsregierung

die Verleihungen von Kriegsauszeichnungen sowohl an Zivil- als auch Militärpersonal ...

nunmehr innerhalb kürzester Frist durchgeführt sein muss. Für die Armee wird somit angeordnet, daß ...."Vorschläge für die Verleihung des EK2w, des EK1 (auch für Heimatverdienst!) und der Spange zum EK" nicht mehr vorgelegt werden dürfen, da die Frist hierfür verstrichen sei.

Tatsächliche Verleihungen von Spangen zum EK nach November 1918 sind mir bislang keine bekannt.   

 

(Quellen: Willi Waldvogel in OuE Nr. 7 vom Juni 2000, Erast Schubersky und Wolfgang Thamm in OuE Nr. 5 vom Febr. 2000, VDM Heinz Nickel, Das Eiserne Kreuz 1813-1957, Saarbrücken 1997 mit Verweis auf die Edition Deutsches Ordensmuseum 1990, Friedhelm Heyde, Das Eiserne Kreuz 1813-1914 Band I Preussensammlung Max Aurich Teil C Osnabrück 1980, http://edoc.hu-berlin.de/e_suche/google_index.php, Gerd Scharffenberg und K.-P. Merta in BDOS Jahrbuch 2001, deutsche biographien.de, Schwarz in OuE Nr. 11 vom Febr. 2001)

 

 

1939

 

Erfolgte eine Verordnung über die Erneuerung des Eisernen Kreuzes am 1.9.1939

durch den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Hierin wurde in Artikel 2 bestimmt, das das "Eiserne Kreuz ausschließlich für besondere Tapferkeit vor dem Feinde und für hervorragende Verdienste in der Truppenführung" verliehen wurde. Der Entwurf und die Gestaltung des EK 1939 erfolgte durch Graveurmeister Emil Escher Lüdenscheid. Die Stadt Lüdenscheid im Sauerland ist auch heute noch eine bedeutende Ordensschmiede Deutschlands. So ist dort beispielsweise die Fa. Steinhauer und Lück (gegr. 1889) ansässig, welche als einzig lizensierte Firma den Bundesverdienstorden herstellt und sich auch auf die Anfertigungen von Pokalen, Plaketten und Schützenorden spezialisiert hat. Weitere Ordensschmieden waren (sind) Schwäbisch Gmünd (z.B. Rettenmaier) und Pforzheim (Zimmermann u.a.)

 

Die formalen Änderungen des Eisernen Kreuzes wurden auf eine Minimum reduziert, um den hohen Symbolwert der Auszeichnung zu erhalten. Es wurde lediglich anstelle des W als Hoheitszeichen des Nationalsozialismus ein Hakenkreuz und darunter die Jahreszahl "1939" plaziert. Anfänglich bis ca. 1940 erfolgten Verleihungen in der sog. Schinkelform (mit langen und schlanken Kreuzarmen wie beispielsweise 1813, 1870 und 1914, sowohl in gerader, als auch gebogener Ausführung und Schraubscheibe, magnetisch und unmagnetisch) Diese Anfertigungen sind im Allgemeinen recht selten anzutreffen und somit auch preislich deutlich höher bewertet. Bekannte Hersteller dieser frühen Stücke sind Meybauer und Deumer.

 

Nachdem man die inflationäre Verleihungsflut des Eisernen Kreuzes 1914 durchaus noch im Bewußtsein hatte, wurde auf die Differenzierung zwischen Kämpferband und Nichtkämpferband entsprechend verzichtet. Nichtkombatanten erhielten fortan das am 18.10.1939 gestiftete Kriegsverdienstkreuz als Bandkreuz

mit Schwerter, oder ohne Schwerter am jeweils gleichfarbigen Band (schwarz-weiß mit orangenen Randstreifen), als Zeichen der Anerkennung für Verdienste die keine Würdigung durch das EK erfahren konnte. Dabei wurde die Schwerterdekoration für besondere Verdienste bei Einsatz unter feindlicher Waffenwirkung oder für besondere Verdienste in der militärischen Kriegsführung verliehen. Entsprechende Träger waren beispielsweise Trossoldaten, Werkmeister, Zahlmeister, Angehörige der Reichsbahn in den besetzen Gebieten, Angehörige der OT, aber auch Angehörige der Waffen-SS, des Heeres, Kriegsmarine und Luftwaffe, der NSDAP, der Polizei,  aber auch Krankenschwestern, oder Militärärzte welche an der Front bzw im Lazarett eingesetzt wurden (Selten!), Feuerwehrmänner und Hitlerjungen (Luftangriffe und Endkampf, ebenfalls selten!) später sogar auch Angehörige der Ostvölker.

 

Ohne Schwerter erfolgte eine Verleihung für besondere Verdienste bei der Durchführung von sonstigen Kriegsaufgaben, bei denen ein Einsatz unter feindlicher Waffenwirkung nicht vorlag. Entsprechende Träger finden sich bei Verwaltungsbeamten, Kriegsrichter, Juristen, Bergleuten, Industriellen, Angehörige der Reichsbahn im Heimatgebiet, Gendarme, Hitlerjungen, Lazarettpersonal, Schwestern,

Vorstände von Organisationen, Landarbeiter, Bauern usw.)

 

An Verleihungszahlen werden für die 2. Klasse in etwa 3 Millionen angegeben; für die erste Klasse ca. 140.000. Genaue Zahlen sind nicht mehr recherchierbar; letztendlich handelte es sich auch um eine Massenauszeichnung, die insbesondere in den letzten Kriegsjahren massenhaft vergeben wurde und so bis zum perfiden Endsieg anspornen sollte.

 

(Quellen: VDM Heinz Nickel, Das Eiserne Kreuz 1813-1957, Saarbrücken 1997 mit Verweis auf die Edition Deutsches Ordensmuseum 1990,  Kurt Georg Klietmann, Die Auszeichnungen des Deutschen Reiches 1936-45, Motorbuchverlag Stuttgart, 6. Auflage, Wikipedia Das Onlinelexikon Stadt Lüdenscheid)

 

Weiblichkeiten mit dem EK 1939? - Ja !

 

Die einzig historisch gesicherte Verleihung des EK 1.Klasse erfolgte an "Hitlers Lieblingspilotin" Flugkapitän Hanna Reitsch. Die Verleihung erfolgte bereits im Nov. 1942. Verleihungen der 2.Klasse an Ausländerinnen erfolgten lediglich an die Germanisch-norwegische Schwester Anne Gunhild Moxnes (Reval 1944), sowie

an die flämische Hilfsschwester Luci Lefever (Ostern 1945, Festung Breslau), sowie die dänische Schwester Lilian Soerensen (März 45, Festung Breslau)

 

Weitere -deutsche- Trägerinnen waren zumeist dienstverpflichtete DRK-Schwestern

wie Elfriede Wnuk, 19.9.42, Marga Droste -unbekannt-, Flugkapitän Melitta Gräfin Schenk von Stauffenberg, DRK Schwester Magda Darchinger, Ilse Schulz, Grete Fock,

Liselotte Hensel, DRK-Hauptführerin Holzmann, DRK-Schwester Elfriede Gunia, Hanny Weber, Geolinde Münch, Ilse Daub, Frühj. 1944, Else Großmann, 5.1.45, Greta Grafenkamp, 17.2.45, Ärztin Dr. Elisabeth Potuz, 3.2.45, DRK-Schwester Ruth Raabe,

3.2.45, Schwestern-Helferin Liselotte Schlotterbeck, 8.3.45, DRK-Schwester Ursula Kögel, 1.3.45, Dienstverpfl. Eva Halm, WH-Helferin Alice Bendig, 6.3.45, Hildegard Bellgardt, 6.3.45, DRK-Schwester Elfriede Muth, 18.3.45, Schwestern-Helferin Rohna von Ceuern, 22.3.45 und Anna Wohlschütz, 22.3.45, sowie Nachrichtenhelferin E. Hirsekorn (?) ca. März 45,  DRK-Schwester Lieselotte Maasen, Herbst 43, sowie unbestätigt an Stabshelferin Hildegard Wollny und Leni Stalinek beide 6.3.45.

Hierbei fällt auf, daß die überwiegende Anzahl der Verleihungen auf das letzte Kriegsjahr 1945 fällt und dies zum Durchhaltewillen im "Totalen Krieg und für den propagierten Endsieg" anspornen sollte. Ob Verleihungen nach dem 8.5.45 an Frauen erfolgt sind, ist bislang nicht geklärt. Weitaus häufiger wurde das KVK 2. Klasse an Frauen verliehen; Verleihungen der 1.Klasse sind mir bislang auch keine bekannt.

Frauen wurden gelegentlich noch mit weiteren Dekorationen für ihre Teilnahme an Kriegsschauplätzen bedacht (z.B. Ärmelband Afrika, Ostmedaille, Verw.abzeichen, Blockadebrecherabzeichen, Feldzugmedaillen der Achsenmächte)

 

Jüngster Träger des EK 1939?

 

Der jüngste Träger des EK2 dürfte der Jungzugführer Alfred Zeck gewesen sein, welcher dieses im März 1945 als 12 jähriger entgegen nehmen durfte. Ein offenbar 16 jähriges Mädchen erhielt im Frühjahr 1945 ebenfalls das EK2.

 

(Quelle: Forum.balsi.militärgeschichte>personen>frauen mit dem EK, K.-G. Klietmann

Die Auszeichnungen des Deutschen Reiches 1936-1945, Motorbuchverlag Stuttgart, 6. Auflage)

 

Die Wiederholungsspange zum EK 1939

 

Das EK 1957 - Eine Nachkriegsstiftung

 

Und heute?

 

 

Die Bänderfrage - Das Einzelband

 

 

Diese Frage wird immer wieder in Sammlerkreisen diskutiert und führt zu unterschiedlichen Meinungen. Nach meinem Dafürhalten kann ein Band zum Eisernen

Kreuz, welches als Einzelstück vorliegt, nur schwerlich anhand von Bildern bewertet werden. Auch die Tatsache, das Farbanteile eines Bandes unter UV - Licht nicht leuchten (auch "glühen" genannt), es ergo UV-negativ ist, kann keine endgültige Gewissheit darüber verschaffen, ob es nunmehr zeitgenössisch ist, oder nicht.  In unseren globalisierten Zeiten werden bereits seit längerem auch UV-negative Bänder zur Disposition gestellt, man schaue nur einmal hierfür in das berühmt berüchtigte Internetauktionshaus ebay. Dort kann man eine unzählige Anzahl von "angeblich" zeitgenössischen Bändern, sogar als ganze Rollenware erwerben. Die Rollenware soll regelmässig aus altem "Fabrikationsbestand" stammen, wie diverse Verkäufer dort anpreisen. Rechtlich gesehen verhält sich Ebay allerdings völlig korrekt, denn es stellt ja nur die Handelsplattform gegen Entgelt zur Verfügung. Alles Andere obliegt dann Anbieter und Bietern. Auf die Problematik UV-positiv / UV-negativ wird später noch gesondert eingegangen werden.

 

Ein Anbieter mit besonders fundierten Kenntnissen auf dem Gebiet der Phaleristik, welcher aus dem süddeutschen Raum agiert (frei nach dem  Motto des Gründers der dort. Universität "Attempto" - Ich versuchs) bietet mit einer gewissen Regelmäßigkeit  Bänder an, welche noch auf alten Webstühlen gefertigt wurden.

Man hört und staune!

 

Solange diese ausdrücklich als sog. 1957er Nachkriegsfertigungen angeboten werden, kann dem Anbieter kein Vorwurf gemacht werden; nur sollte bedacht werden, daß der Bedarf an Bändern nach 1957 wohl im überschaubaren Rahmen bestanden hat (der Krieg war immerhin bereits rd. 40 Jahre beendet; die meisten Veteranen dürften zu diesem Zeitpunkt wohl bereits nicht mehr aktiv im Berufsleben gestanden, oder bereits verstorben sein). Freilich soll hierbei nicht unerwähnt bleiben, das es durchaus

Sammler gibt, welche auch mit dem Erwerb eines neuartigen Bandes ihre Sammlung vervollständigen wollen und sich somit mit einem in diesem Bereich von wenigen Euro erwerbbaren Bandes abfinden.

 

Auch die in Sammlerkreisen teilweise verbreitete Methode der sog. Brandprobe dürfte im Zweifel keine endgültige Gewissheit geben, ob das Band nun tauglich ist, oder nicht.

Hier wird ein Faden des Bandes herausgezogen und anschliessend über eine Flamme gehalten. Brennt der Faden rückstandsfrei und schnell ab, handelt es sich um ein Seidenfaden (Naturfaser). Erfolgt die Verbrennung langsamer und schmort der Faden zu einem schwarzen Kügelchen unter Geruchsbildung zusammen, handelt es sich um ein Band, welches aus Nylon o.ä. angefertigt wurde. Bänder aus Kunstfasern wurde zu keinem Zeitpunkt zeitgenössisch angefertigt. Nur - man sollte bedenken, daß es mittels heutiger, hochmaschineller Fertigungstechnik auch ohne Weiteres möglich ist,  "neuartige" Bänder eben uv-negativ und ohne Verwendung von Kunstfasern zu fertigen!

 

Vorsicht ist stets gegeben, wenn das Band auffällig gehäufte Gebrauchsspuren aufweist; es also angeschmutzt wirkt. Es könnte sich dann selbstverständlich auch um ein Orginalband handeln, das nicht ordnungsgemäß also unter Unwelteinflüssen aufbewahrt wurde (z.B. Keller, Dachboden, Feuchtigkeit, Schimmel, Hitze, Kälte usw.)

Nicht jeder Träger oder seine Familie bewahrten ihre Orden und Ehrenzeichen

in einer Schmuckschatulle, oder auf einem Ordenskissen auf. Eine unzählige Anzahl

hiervon werden heute noch relativ häufig in alten Kellern oder Dachböden in Kisten,

hinter Dachbalken, in Konservendosen und in Tuch verpackt vorgefunden (welch Glück für den Sammler!). Häufen sich jedoch die immer wieder gleichen Spuren, kann berechtigterweise davon ausgegangen werden, daß das Band optisch aufgewertet wurde.

 

Ein positiver Hinweis auf ein zeitgenössisches Einzelband kann sein, wenn eindeutige Hinweise zur Herkunft gegeben werden können. Denkbar ist hier z.B. im Rahmen eines Trägernachlasses, bei welchem sich mehrere Orden, oder sogar Verleihungsurkunden  noch erhalten haben. Hierbei sollte aber auch bedacht werden, daß selbst hier gerne gelegentlich manche Anbieter die fehlenden "Teile" -auch Bänder- dann ergänzen, um einem derartigen Konvolut eine Aufwertung zu erteilen. (Ist ein Kämpferband vorhanden, kann dies ohne Weiteres in ein eigen beschafftes

Nichtkämpferband ausgetauscht werden, da dies durchaus die Möglichkeit schafft,

wegen der Seltenheit auch finanziell das Konvolut aufzuwerten.) Die erste Hand schützt nicht immer vor bösen Überraschungen! Man sollte auch hier genau hinsehen, von wem was angeboten wird.

 

Es ist also stets Vorsicht beim Erwerb eines Einzelbandes geboten!

 

UV-negativ oder UV-positiv!? Was denn nun?

 

Die Frage ob Farbanteile eines Bandes unter dem Einsatz einer UV-Leuchte

nun "glühen", oder nicht, muß wie bereits beschrieben, differenziert betrachtet werden.

Es haben sich eindeutige und unzweifelhaft zeitgenössische Realien -auch umfangreiche Nachlässe mit Provenienz- erhalten, welche Ordensschnallen umfassen, 

bei denen Farbanteile einzelner Bänder unter UV-Licht zu einem positiven Ergebnis führen, sprich in den Bändern, oder (und) Textilfäden wurden offenbar sogenannte optische Aufheller verarbeitet, um einen kräftigeren und saubereren Farbton erscheinen zu lassen. 

Normalerweise ist dieser Effekt bei den Farben rot und gelb, gelegentlich bei weiß zu betrachten, welches dann ins bläuliche; bei rot und gelb kräftig in deren Eigenfarbe leuchten. (z.B. Band zum Mecklenburgischen Militärverdienstkreuz, Hanseatenkreuze, Verdienstkreuz für Kriegshilfe, selten bei EK Bändern)

Optische Aufheller wie beispielsweise Aesculin - ein Glucosid welches natürlich z.B. in der Roßkastanie (Aesculus hippocastanum) vorkommt und zu den Cumarinen zählt, findet sich in Rinde und Samen des Baumes. Wie auch andere Cumarine fluoresziert die Substanz unter ultraviolettem Licht (zum Beispiel 366 nm) in der Farbe blau. Über die Fluoreszenz des Aesculins, bzw. sonnenlichtbestahlter, wässriger Auszüge von Rosskastanienrinde, wird bereits im 19. Jahrhundert berichtet. Diesen Effekt untersuchte der deutsche Professor für Textilchemie und Warenkunde an der TU Dresden Paul Krais (1866–1939), indem er Wolle und Flachs mit Aesculin-haltigen Extrakten der Rosskastanie versetzte und damit eine 

optische Aufhellung erzielte. Um 1929 beobachtete er, dass Textilwaren (Wolle- und Flachsfasern) nach Behandlung mit Aesculin weißer erschienen als sonst. Das vom Aesculin abgeleitete Methylumbelliferon war der erste industriell hergestellte Aufheller. Diese zunächst benutzten optischen Aufheller waren jedoch wenig licht-, wasser- und waschecht. Die ersten gut auf der Faser haftenden optischen Aufheller waren die Derivate der 4,4′-Diamino-2,2′-stilbendisulfonsäure. Dies führte zur Entwicklung von optischen Aufhellern für Textilfasern.

Häufiger ist dieser Effekt bei Ordensspangen zu betrachten, welche in den 1930-1940er Jahren angefertigt wurden und die Dekorationen das in Sammlerkreisen wegen seiner einfachen optischen Aussehensweise weniger beliebte, 1934 durch Reichspräsident von Hindenburg, gestiftete "Hindenburgkreuz" (richtig: Ehrenkreuz für Frontkämpfer oder das Ehrenkreuz für Kriegsteilnehmer) umfasst. Zu diesem Zeitpunkt ließen viele noch lebende Veteranen ihre Ordensschnallen umarbeiten und diese Dekoration anfügen, oder bei einer entsprechenden Begüterung eine neue Schnalle anfertigen. Bei Schnallen, welche den Zeitraum der Einigungskriege umfassen, kann zumindest nach meinem Kenntnisstand dieser Effekt bis dato nicht festgestellt werden.

 

Ein Thema, welches noch weiterer Aufarbeitung und Vertiefung bedarf!

 

 

 

 Prof. Paul Krais

 

 (Quellen: Wikipedia Das Onlinelexikon Aesculin und Optische Aufheller; Chemie-uni-jena.de)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Viel Spaß beim Durchstöbern meiner Page und vielen Dank für den Besuch!

 

Diese befasst sich mit dem Eisernen Kreuz 1914, insbesondere jedoch am weißen Band mit schwarzer Einfassung (umgangssprachlich "am weißen Band"). Dieses wurde überwiegend für den zivilen Bereich in der Krankenfürsorge, der Beamtenschaft, der Industrie, dem Klerus und im Diplomatentum vergeben. Die ersten Verleihungen erfolgten Ende 1914 und endeten im Jahre 1924 (sog. Nachverleihungen).

Die Anzahl der Verleihungen lässt sich mit rund 13.000 beziffern.

Dem Trägerkreis zugehörig war beispielsweise auch Konrad Adenauer (als preussischer Landrat für seine Verdienste um die Kriegsgesetzgebung).


Zusätzlich sind phaleristische Definitionen und eigene von mir gewonnene Erfahrungen mit diesem Spezialthema impliziert.

Die Page ist derzeit im Aufbau und wird noch weiter wachsen.

Ich danke bereits zum jetzigen Zeitpunkt auch den Sammlern und Händlern aus allen Teilen der Kontinente für die Bereitstellung

diverser Realien. (Thanks to H.M. für die gelegentliche Bildbearbeitung)

 

Für Fragen, Anregungen, Kritik und Lob nutzt Ihr bitte das Kontaktformular.

 

April 2013.

 

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