Die türkische Kriegsmedaille - der Eiserne Halbmond (Gallipoli star)

 

In Anlehnung an den Essay von Herrn Ministerialrat a.D. Walter Rosenwald *1) soll die nachfolgende Abhandlung die Materie zum Eisernen Halbmond erneut beleuchten und dabei außerdem auf das weitgehend noch unbekannte Kapitel zur Verleihung des Eisernen Halbmondes an Nichtkombattanten am weißen Band eingehen.

Dieser stellt ein sog. Pendant zum preussischen Eisernen Kreuz am weißen Band dar.

 

Das Urheberrecht dieser Abhandlung liegt beim Verfasser (= mir). Sie ist zum gedanklichen Austausch mit anderen Sammlern gedacht.

 

 

 

I. Stiftung (Zusammenfassung)

 

 

 

Die türkische (osmanische) Kriegsmedaille (sogenannte Harp Madalyasi) wurde am 1.3.1915 (14 Rebiyülahir 1333) durch den Kaiser des Osmanen Großsultan Ghazi Mohamed (Mehmet) Reschad Khan V gestiftet und sollte an diejenigen verliehen werden, welche sich im Kriege durch Mut und Tapferkeit auszeichneten. Sie konnte sowohl an Angehörige des Osmanischen Reiches, als auch an Angehörige der verbündeten Mittelmächte unabhängig von Dienstgrad und Stellung, sowie an Verbandsmitglieder der freiwilligen Krankenpflege und an solche Personen verliehen werden, welche zur besonderen Dienstleistung im Heer, oder in der Flotte

 

Verwendung fanden.

 

Sie bestand aus einer Klasse und wurde ohne Band "vier Finger unter

 

der rechten Brustwarze" am Rock getragen. Es war hierbei zulässig, die Kriegsmedaille

 

bei beliebiger Kleidung anzulegen. Anstelle der Medaille konnte auch ein 2 cm breites*2)

 

rotes Band - bei Militärpersonen am zweiten Knopfloch des Rockes, bei Zivilpersonen

 

am Knopfloch des Rockkragens angelegt werden.

 

Dem Träger wurde ein kostenloses Besitzzeugnis (Ausweis) ausgestellt*2a). Die Kriegsmedaille verblieb im Todesfall bei den Nachkommen des Trägers, durfte von diesen jedoch nicht angelegt werden. Weiterhin wurde bestimmt, das die Kriegsklassen der goldenen und silbernen Liakat und Imtiazmedaillen nur an solche Personen verliehen werden konnten, welche bereits im Besitz der Kriegsmedaille waren; sie rangierten insoweit höher.

 

Am 16.September 1915 erfolgte eine Konkretisierung der Stiftungsverordnung durch das osmanische Kriegsministerium, wohl in Anlehnung an das Preußische Eiserne Kreuz 2. Klasse, wonach das Band für Kombattanten nunmehr in "rot mit zwei Seitenstreifen" und für Nichtkombattanten in "weiß mit zwei Seitenstreifen" bestehe. Trägern der silbernen und goldenen Liakat / Imtiazmedaille sei gleichzeitig die kürzlich gestiftete Kriegsmedaille zu verleihen. Weiter wurde bestimmt, daß Bänder von Kriegsmedaillen anderer Staaten (somit also beispielsweise das Band zum Eisernen Kreuz, den Militärverdienstmedaillen (-orden)

 

usw.) unter dem Band der Kriegsmedaille getragen werden konnten.*3)

 

 

 

II. Gestaltung

 

 

 

Zwei probemässige Anfertigungen der Kriegsmedaille, welche zunächst in einer ovalen aus Bronze gefertigten Medaille bestand, haben sich im Museum der türkischen Staatsmünze in Istanbul, sowie in der osmanischen Sammlung von Edhem Eldem erhalten. Die Abmessungen dieser höchstwahrscheinlich nie verausgabten Variante betrugen 50 x 40 mm, das Gewicht

 

belief sich auf ca. 35 Gramm. Der Rand war von Lorbeerblätter umkränzt, oben die Tughra

 

(die Bezeichnung für den Namenszug des osmanischen Sultans als imperiales Signum)*4) von Sultan Mehmed V Resad sowie der Spruch "Gott ist unser Helfer" (möglicherweise besser als "Gott mit uns" übersetzt). Darunter ein Stern und Halbmond umgeben von Strahlen und zwei gekreuzten Säbeln im Vordergrund, in welchen sich der Spruch befindet "(Der) Himmel ist unter dem Schatten der Schwerter" und das Datum 1330 (entspricht d.J.1914 des gregorianischen Kalenders), auf der Rückseite die Angabe "Kriegsmedaille im Jahr 1333 (entspricht d.J.1915)) der Hidschra"*5).

 

In den sich erhaltenen osmanischen Archivakten findet sich unter dem Datum 2. August 1915 das zweite und endgültige Modell, welches vollständig von der premieren Anfertigung abwich. Es bestand nunmehr aus einem 5 zackigen Stern mit polierten Kugeln an den Strahlenenden und wurde als Steckabzeichen mit rückseitiger Nadel verausgabt. Im Zentrum der Anfertigung die vergrößerte Tughra des Sultans mit der Angabe "Gazi" (= siegreicher Krieger des Glaubens) in Erinnerung an der Sieg auf den Dardanellen am 27.4.1915. Darunter die Jahresangabe 1333 für das Jahr 1915. Die Änderung entstand vermutlich unter dem Einfluß des Preußischen Eisernen Kreuzes 1. Klasse, da es sich sowohl um eine optische

 

Vergrößerung, als auch um ein Steckabzeichen handelte. Das Kreuz als Zeichen des Christentums wurde in einen Stern - ein historisches Signum des Osmanischen Reiches*6)

 

ersetzt. Das Recht zur Verleihung der Kriegsmedaille behielt sich der Sultan als Zeichen seiner allerhöchsten Gnade (ausgeführt durch das Kriegsministerium - Hauptkanzlei) vor; in Ausnahmefällen konnten Verleihungen durch die Regimenter und höheren Führer  - gemeint

 

sind hier insbesondere der in osmanischen Diensten stehende Truppenführer Marschall Otto Liman von Sanders, sowie Colmar von der Goltz, oder Friedrich Kreß von Kressenstein und die nachgeordneten Militärstellen erfolgen.

 

Dies galt jedoch nicht für die Verleihung der Liakat und Imtiazmedaillen.

 

Die osmanische -vermutlich auch aus fiskalischen Gründen einfach gehaltene- Variante der Kriegsmedaille besteht aus einer rot lackierten Anfertigung aus Weißmetall, oder Zink mit aufgebrachtem Halbmond, der Tughra und den Jahreszahlen (Sene 1333)

 

Die Zinkanfertigungen weisen gelegentlich eine blasige Oberfläche, oder sogar den Ansatz von Zinkfraß auf. Die (orange-) rote Farbe der Oberfläche blättert leicht ab und gibt oftmals den Blick auf das graue Zink frei. Rückseitig erinnert die Tragenadel an eine gewöhnliche Sicherheitsnadel, welche auf der Oberfläche verlötet oder mittels sechs kleiner Schrauben angebracht war, was zum Resultat hatte, das insbesonders deutsche Beliehene des Offizierskorps diese Auszeichnung -sie hatten der Kriegsmedaille mittlerweile den Namen "Eiserner Halbmond" gegeben *7)-  als "grässlich und türkisch halt" verspotteten.*8)

 

Gleichwohl war sie begehrt, da sie in der fernen Heimat Tapferkeit vor dem Feinde signalisierte und einen Hauch von Orient versprach. Zeitweise wurde der Eiserne Halbmond an die Verbündeten deutlich mehr verliehen, als an die Angehörigen der osmanischen Truppen, was verständlicherweise zu einem gewissen Argwohn auf dieser Seite führte.

 

 

 

 

 

III. Varianten

 

 

 

Es existiert eine Vielzahl von privat im Ordenshandel beschafften Varianten des "Eisernen Halbmondes", welche insbesondere qualitativ deutlich besser gefertigt waren. So sind hochwertigste Fertigungen aus polierten Silber mit feiner transluzenter oder opaker Emaillierung und ausgesägter, gelegentlich mehrteilig versplinteter Thugra, Jahreszahlen und seitlichen Tragehaken bekannt

 

Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich auf die impressive (Bilder)-sammlung von Herrn Faruk Canbaz (www.turkish-militaria.com) verweisen. (Update: Die Seite ist leider mittlerweile nicht mehr existent, was ich sehr bedauere)

 

Beispielhaft sollen hier nachstehende Ordensjuweliere (Hoflieferanten) genannt werden:

 

 

 

Deschler & Sohn, München

 

Godet, Berlin

 

Meybauer, Berlin (meistens mit 938 Punze)

 

J.H.Werner, Berlin (z.B. auch mit 935 oder 935 und Kleeblattpunzierung)

 

Johann Wagner & Sohn, Berlin (Schild revers - oder auch ohne Hersteller)

 

A.Werner & Sohn (AWES Münze), Berlin

 

Börger & Co (Beco), Berlin

 

Friedrich Sedlatzek, Berlin

 

Steinhauer und Lück, Lüdenscheid ("Erdbeeremaille")*9)

 

Wilhelm Deumer, Lüdenscheid (Sternschraubscheibe)

 

M.Hansen, (DRGM Schraubscheibe)

 

Victoria (unbekannter Hersteller - DRGM Schraubscheibe)

 

C.F. Zimmermann, Pforzheim

 

C.F. Rothe & Neffe, Wien

 

Brüder Schneider, Wien

 

Otto Schickle, Pforzheim

unbekannter Hersteller E.S. (vielleicht Ernst Schmidhäussler oder Ernst Schneider)

Deutscher Offiziersverein (D.O.V.)

 

* Sternpunzierung *10)

 

Fertigungen der bekannten Ordensjuweliere C.E. Junker, oder K.M.ST. (Kgl. Münze Stuttgart) sind dem Verfasser bislang nicht bekannt.

 

Silbergehaltsstempel:

 

"800", "938", "950" sowie selten  "835". (900 ?)

 

 

 

 

 

IV. B.B.&Co ? - Attempto!

 

 

 

Vorab  - wer sich hinter der Herstellerbezeichnung verbirgt, bleibt bedauerlicherweise weiterhin ungeklärt.

 

Walter Rosenwald führt in seinem Aufsatz unter Hinweis auf  Dr. Klietmann an, das es sich hierbei offenbar um eine deutsche Anfertigung handele. Ein Schriftwechsel mit dem türkischen Oberst i.G. Gökce vom 31.7.1998 habe jedoch auch ergeben, das sich im militärischen Institut in Ankara offenbar ein "Musterstück" dieses Herstellers befinde und man hieraus die Schlußfolgerung ziehen könne, das es sich um einen türkischen Hersteller handele. Der Verfasser hat in den letzten Monaten unter Einbeziehung von Anderen -auch fundierten  ausländischen Sammlern- in unterschiedlichen Internetforen eine Vielzahl von zeitgenössischen Photographien der Periode von frühestens 1915 bis zirka der 1940er Jahre

 

und sich erhaltenen Nachlässen zum "Eisernen Halbmond" ausgewertet, sowie bereits digitalisierte Archivbestände (sog. Digitalisate) hierzu gesichtet.*11)

 

 

 

Hierbei ist festzustellen, daß ein nicht unerheblicher Anteil der Träger mit der zumeist gut zu identifizierenden Variante (erkennbar an der Tughra/Jahreszahlen) von B.B.&Co bedacht wurde, soweit die Qualität der Photographien eine Identifizierung zulies.

 

Fundierte Sammler werden dem Verfasser insoweit zustimmen, wonach die B.B.&Co Variante auch noch heute auf dem Markt am häufigsten und zumeist im preislichen Mittelfeld (soll heißen: ca. 150 - 200 EUR) anzutreffen ist.

 

Dies dürfte die vorsichtige Schlussfolgerung zulassen, wonach es sich bei dem Hersteller vermutlich um den einzigen offiziellen Hersteller zur damaligen Zeit gehandelt haben dürfte. Aus der Bezeichnung & Co - Compagnie*12) lässt sich von handelsrechtlichen Aspekten ableiten, daß es sich um die Rechtsform einer GmbH & Co KG -und somit vom gewerblichen Umfang gesehen - um eine größeres Unternehmen- gehandelt haben muss.

 

 

 

Die vereinzelt in Sammlerkreisen vertretene Auffassung,  wonach es sich bei B.B.&Co. um eine britische Firma gehandelt haben könnte, hält der Verfasser für abwegig; befand sich das britische Empire mit dem Deutschen Reich infolge dessen völkerrechtswidrigen Einmarsch in Belgien bereits seit 5. August 1914 im Kriegszustand und später im totalen Handelskrieg (Seeblockade), um ein Ausbluten des Deutschen Reiches zu erzwingen.*13)

 

Was sollte das Deutsche Reich veranlasst haben, mit einem Kriegsgegner die wohl als unterschwellig zu betrachtende Anfertigung einer Dekoration auszuhandeln, obschon insbesondere in Berlin und somit vor des Kaiser`s Kaffeeservice die feinsten deutschen und verbündeten Ordensjuweliere und Hoflieferanten rangierten.

 

 

 

Eiserne Halbmonde von B.B.&Co wurden -entsprechend den ausgewerteten Quellen- auch unabhängig von Rang und Stand vergeben.

 

Die These, wonach besonders hochwertige Anfertigungen nur höchsten Rängen "vorbehalten" seien (sogenannte Generalsanfertigungen und Fliegeranfertigungen) dürfte hierdurch ebenfalls widerlegt sein. Selbstverständlich ist jedoch zu konstatieren, wonach begüterte Träger sich mehrere Anfertigungen später privat im Ordenshandel beschafften, was auch aus entsprechenden Trägernachlässen bewiesen ist.

 

Das sämtliche Träger die möglicherweise zunächst verausgabte osmanische Variante

 

(b.b.) zurückgaben, erscheint auch zweifelhaft, da dies sicherlich ansonsten zu gewissen Spannungen zwischen den verbündeten Waffenbrüdern geführt haben dürfte.

 

Selbst osmanische und bulgarische Trägerfotographien lassen gelegentlich die Variante von B.B.&Co (oder andere emaillierte Sterne) erkennen - offenbar bevorzugte "Mann" auch hier die durchaus höherwertigen Anfertigungen.

 

 

 

Zu welchem Zeitpunkt die ersten Dekorationen von B.B.&Co verausgabt wurden und ob es sich um ein privates oder ein durch die Militärverwaltung eingesetztes Unternehmen gehandelt hat, bleibt weiterhin im Dunkeln; entsprechende Nachweise aus den Akten sind nicht existent.

 

Möglicherweise wurden sämtliche Unterlagen beim Abzug der Deutschen Truppen im Oktober 1918  - wie die Trägernachweise zum Eisernen Halbmond  - einer Vernichtung unterzogen, um nicht in Feindeshand zu fallen.*14)

 

Jedenfalls anfänglich wurde die osmanische Variante offenbar noch an die Kriegspartner ausgegeben, was sich auch beispielsweise aus dem Nachlass des Oberjägers Ernst Hünnebeck ergibt, welcher in der Militärmission Türkei eingesetzt wurde und 1915 diese Dekoration erhielt.*15) Gelegentlich finden sich auch Photographien mit dieser Variante.

 

 

 

V. Der Nichtkombattant - das "weiße Band"

 

 

 

Nachforschungen zum Eisernen Halbmond am weißen Band gestalteten sich als recht diffizil. Umfassende Quellen konnte der Verfasser bislang leider nicht sichten. Das Problem bestand insbesondere dahingehend, wonach beispielsweise im Handbuch des Deutschen Reiches Ausgabe 1918,  im "Siekmann" oder in den entsprechenden Ranglisten Einträge zum "Eisernen Halbmond" (Abk.: TH/EH) nicht stets verzeichnet und Verleihungen zu Nichtkombattanten nicht separat gekennzeichnet sind.

 

 

 

Unter Zuhilfenahme des modernen Mediums "Internet" war es jedoch möglich, vereinzelt zeitgenössische Nachweise zu Trägern aufzuspüren:

 

 

 

So ergibt sich aus dem Zentralblatt der Bauverwaltung vom 7.7.1917 (37. Jahrgang, Nr. 55), das dem Regierungsbaumeister Konrad Lehmann in Pera (einem Stadtteil von Konstantinopel), zugeteilt als bautechnischer Sachverständiger dem dortigen kaiserlichen  deutschen Generalkonsul "derselbe Orden" (vorher sind die Verleihungen  am roten Band genannt) am weißen (weiß-roten) Band verliehen worden sei.  

 

Aus einer Abhandlung zu dem Mathematiker Professor Dr. Robert König, Münster *16) ergibt sich, daß diesem während seiner Zeit in Diensten des Großen Generalstabes in Berlin, der osmanische Eiserne Halbmond -als Pendant zum Eisernen Kreuz- am weiß-roten Bande verliehen worden sei. Gleichwohl erhielt König auch noch das EK am weiß-schwarzen Band und das Verdienstkreuz für Kriegshilfe.

 

 

 

Einem Artikel des Weserkuriers vom 31.1.2011 kann entnommen werden, das

 

dem orthodoxen Bremer Rabiner Leopold Rosenak während seiner Zeit als jüdischer Militärseelsorger das Eiserne Kreuz (wohl am schwarz-weißen Band), sowie das Bremer/Hamburger Hanseatenkreuz und der türkische Eiserne Halbmond am weißen Band  verliehen worden sei. Er starb 1923 während einer Amerika Überfahrt an einem Herzinfarkt.  *17)

 

 

 

Einem Eintrag der Deutschen Biographie läßt 

sich entnehmen, daß der Ingenieur - Waffentechniker und Kruppianer Friedrich (Fritz) Rausenberger - er konstruierte Steilfeuergeschütze ("Dicke Bertha") -  den Halbmond am weißen Band im Jahre 1916 erhielt.*18)

 

"Stahl und Eisen" *19) nennt drei Träger am weißen Band:

 

Den Direktor Dr. Ing. h.c. R. Hartwig aus Essen

 

Dr. Ing. Dr. phil. h.c. Emil Ehrensberger, Traunstein

 

und last but not least

 

den Patriarchen des Krupp-Imperiums - Dr. jur. phil. h.c (...) kaiserlicher außerordentlicher Gesandter u. bevollmächtigter Minister, M.d.H. Gustav Krupp von Bohlen und Halbach, Essen, was sich wohl auf die Waffenlieferungen an das bereits lange verbündete Osmanische Reich zurückführen lassen dürfte.

 

 

 

Die Verleihungskriterien jedenfalls zwischen dem Eisernen Halbmond am roten und am weißen Band scheinen unterschiedlich gehandhabt worden sein; in dem bedeutenden Nachlass des jüdischen Bremer Eisenfabrikanten Erich Wallheimer und seiner Ehefrau*20) befanden sich u.a. ein privat beschaffter Eiserner Halbmond des Berliner Herstellers Godet und mehrere Knopflochschleifen, aus welchen erkennbar ist, das Wallheimer -trotz seiner Profession als vermeintlicher Nichtkombattant- den Halbmond am roten Band erhielt.

 

 

 

Va.) Trägernachlässe von Nichtkombattanten

 

 

 

Durch den freundlichen Hinweis eines anderen Liebhabers imperialer Spezialitäten konnte der Verfasser im Jahr 2014 eine zunächst nicht namentlich zuordenbare, gut erhaltene Ordensschnalle (nebst kleiner Feldschnalle) bei einem Norddeutschen Händler erwerben. Nachdem der dänische Dannebrog Ritter bekannterweise verhältnismäßig selten an einer Schnalle zu finden ist, nahm der Verfasser dies zum Anlass, den deutschen Master of Identification - gemeint ist Herr Daniel Krause -  in die weiteren Nachforschungen einzubeziehen. Das Feedback ergab, das es sich bei dem Träger höchstwahrscheinlich

 

um den Oberzahlmeister Adolf Bulle gehandelt haben muss.*21) Dieser Trägerkreis wurde

 

häufig mit dem EK am weiß-schwarzen Band, dem KO4 (als Subalternoffizier) und den Dienstauszeichnungskreuzen (da zunächst der Dienstgruppe der Unteroffiziere als zumeist Hilfszahlmeister zugehörig) bedacht. Die genauen Umstände, weswegen er mit dem Dannebrog Ritter ausgezeichnet wurde, konnten leider nicht ermittelt werden. Möglicherweise erhielt er diesen anlässlich eines Truppenbesuches, oder eine truppendienstlichen Abordnung in Friedenszeiten. Dem Eintrag im Siekmann 17 ist nicht zu entnehmen, das er weiterhin den Eisernen Halbmond am weißen Band erhielt; dieser wurde bis 1920 entsprechend von osmanischen und deutschen Abwicklungsstellen nachverliehen *22).  Das Band befand sich

 

-statutengemäß- auch nicht an seiner Ordensschnalle.

 

Diese Bestimmung wurde jedoch nicht stets eingehalten; es haben sich sowohl Schnallen mit dem "leeren" Band zum "Halbmond" erhalten, als auch Relikte mit von Trägern nachträglich auf das Band vorschriftswidrig aufgesteckten Dekorationen.

 

 

 

 

 

Ein weiterer, umfangreicher (Papier-) Nachlass eines Nichtkombattanten ist der des

 

Kurt Eckelberg, in Friedenszeiten Bankier und Lotterieeinnehmer in Berlin, in Kriegszeiten Mitglied der Dienststelle des Kaiserlichen Kommissars und Militär-Inspekteurs der Freiwilligen Krankenpflege zu Berlin bzw. Delegierter bei der Zentralstelle der Freiwilligen Krankenpflege Berlin. Dieser wurde mit insgesamt 13 Dekorationen

 

bedacht.*23) An letzter Stelle seiner kleinen Feldschnalle befindet sich das Band zum  Eisernen Halbmond am weißen Band  - an seiner sich weiter erhaltenen, minimalistisch ausgeführten Frackschnalle - er trug lediglich 5 seiner Dekorationen

 

ist es korrekterweise fehlend. Die Schnalle wurde von J.Godet & Sohn, Berlin gefertigt.

 

Das Besitzzeugnis zur Dekoration von Eckelberg  hat sich nicht erhalten; es darf jedoch angenommen werden, das dieses von den üblich verwendeten Standardvordrucken nicht abgewichen sein dürfte. (Danke an T. für die Bereitstellung der Fotos des Nachlasses)

 

 

 

Vb.) Verleihungszahlen

 

 

 

Wikipedia gibt die maximale Anzahl der an der "Militärmission Türkei" beteiligten deutschen Kräfte mit schätzungsweise 18.000 - 25.000 Mann an. Nimmt man als Mittelmaß die korrekte Zahl von rund 20.000 Mann an, so dürften sich die Verleihungszahlen zum Eisernen Halbmond am roten Band (es handelte sich gemäß den Statuten eigentlich lediglich um eine sogenannte Kriegsmedaille -  vielleicht bei 14.000 -  15.000 (ca. 2/3 der Truppenstärke)

 

bewegt haben.

 

Nachdem ergiebige Quellen zum Eisernen Halbmond am weißen Band bis dato fehlen und Trägernachlässe (Photographien)

 

außergewöhnlich selten - dem Verfasser sind bis dato lediglich vier bekannt -

 

auf dem Markt anzutreffen sind, wird man mit Bedacht zumindest für das Deutsche Reich vorsichtig eine untere vierstellige Zahl von Verleihungen in den Jahren von 1915/20 annehmen können.

 

 

 

 

 

Quellen/Hinweise:

 

 

 

*1) OMM Nr. 92, II. Quartal 2000; der Verfasser W. Rosenwald ist im Jahre 2012 verstorben.

 

 

 

*2) Deutsche Bänderfertigungen für die Ordensschnalle weisen in der Regel eine Breite von ca.3cm auf.

 

 

 

*2a) Die deutschen Besitzzeugnisse haben üblicherweise die Überschrift "Im Namen des Sultans"; es gibt davon unzählige Varianten, die offenbar auch noch truppenintern differenzierten. Sie sind oftmals mit der faksimilierten Unterschrift von Liman von Sanders unterzeichnet; das späteste Datum in Konstantinopel ist mit dem 30.Oktober 1918 angegeben - siehe insoweit Hinweise zur Fn.14.

 

Rosenwald schreibt unter Verweis auf Klietmann zu der Osmanischen Verleihungsurkunde:  Die Urkunde ist fast immer auf elfenbein-getöntem Papier gedruckt und hat fast immer eine Größe von 423 mm x 226mm. Der Text ist von einem schmalen gold gedruckten Lorbeerkranz umrahmt. Die Mitte ist mit einem osmanischen Text in arabischen Schriftzeichen bedruckt und handschriftlich ausgefüllt.

 

Die Übersetzung aus dem Arabischen lautet im Wesentlichen: Du hast gute Dienste im Kriege getan und deswegen wurde Dir im Namen des allerhöchsten Sultans dieses Kriegsverdienstzeichen überreicht. Wir wünschen, das Du auch in Zukunft auch weiter solche Dienste leistest. gez. Kriegsminister Enver (Pascha) (Quelle: www.turkish-militaria.com)

 

 

 

*3) Wikipedia das Onlinelexikon mit weiteren Nachweisen, sowie Edhem Eldem, Pride and Privlege A History of Ottoman Orders, Medals and Decorations, 1. Auflage Istanbul 2004 und Walter Rosenwald a.a.O.

 

 

 

*4) Eintrag in Wikipedia m.w.N.:

 

Mahmut al Kaschghari (türkischer Gelehrter und Lexikograph; * 1008, + 1105)

 

nennt im 11. Jahrhundert in seinem Diwan Lugat at-Turk

 

(„Sammlung der Dialekte der Türken") den oghusischen Begriff tughragh für das Siegel (?abi?) und den Namenszug (taw?i?) des oghusischen Herrschers (malik). Die Form tughra kann erklärt werden durch das im Osmanischen gebräuchliche Fallenlassen der gutturalen oghusischen Endung gh. Mahmud al-Kaschghari kennt auch das Verb tughraghlanmak (bezogen auf ein Dokument bedeutet es, eine Tughragh zu bekommen). Dies entspricht dem von Muhammad al-Makrizi 1270 bezeugten, arabischen tagh-ghara („eine Tughra darauf platzieren"). Über die Etymologie von tughragh sagt Mahmud al-Kaschghari nur: „wa-la adri aslahu" („seinen [des Wortes tughragh] Ursprung kenne ich nicht"). Danach ist davon auszugehen, dass tughra türksprachlichen Ursprungs ist, ohne dass die primäre Bedeutung bekannt ist.

 

Weitere etymologische Erklärungen von tughra beziehen sich auf den legendären Vogel tughri oder auf das arabische turra (oberer Rand eines Dokumentes). Auch eine Herkunft von tur-gha(y) („lass es so sein") oder doghru („Wahrheit") und eine Verwandtschaft mit tugh, dem Rossschweif als Rangabzeichen der Osmanen, wurden erwogen.

 

In ihrer klassischen Form aus dem 16. Jahrhundert vereint die osmanische Tughra den Namen des osmanischen Herrschers und den seines Vaters mit aus dem Persischen und Mongolischen entliehenen Titeln sowie arabischen Wörtern und bedient sich der arabischen Schrift. Sie kann sowohl der osmanischen als auch der arabischen Kalligrafie zugerechnet werden.

 

 

 

*5) Wikipedia schreibt m.w.N. hierzu:

 

Die Hidschra (auch Hedschra) bezeichnet die Flucht (eigentliche Wortbedeutung: Auswanderung, Auszug) Mohammeds von Mekka nach Medina und seine Ankunft in Quba? am 12 Rabi? al-awwal = 24. September 622. Sie markiert den Beginn der islamischen Zeitrechnung, die jedoch erst 17 Jahre später durch den Kalifen Umar ibn al-Chattab eingeführt wurde. Auch der iranische Kalender und der Rumi-Kalender, die beide auf dem Sonnenjahr basieren, zählen die Jahre seit der Hidschra.

 

 

 

*6) Spätestens im Osmanischen Reich wurden Mondsichel und Stern (Hilal) mit der muslimischen Welt in Verbindung gebracht. Nach der Legende sah der Gründer des Osmanischen Reiches Osman I. im Traum die Mondsichel, die sich von einem Ende der Erde zum anderen ausdehnte. Dieses als gutes Omen nehmend, beschloss er, die Mondsichel als Symbol seiner Dynastie zu übernehmen.

 

 

 

*7) Die kaiserlich deutschen Truppenverbände der Militärmission Türkei sahen in

 

der osmanischen Kriegsmedaille ein Pendant zu dem für Tapferkeit verliehenen preußischen Eisernen Kreuz.

 

 

 

*8) So die Schilderung in einem Brief an die "Heimat" durch den in osmanischen Diensten stehenden Oberleutnant K. im Jahre 1916.

 

 

 

*9) Der Begriff Erdbeeremaille lässt sich auf die Oberfläche d. Anfertigungen von z.B. St.& L., oder Otto Schickle

 

zurückzuführen, welche der einer Erdbeere gleicht. Eine Vielzahl von Eisernen Halbmonden

 

wurden in dem Zwischenzeitraum von schätzungsweise der 1930 - 1940er Jahre produziert.

 

Diese Fertigungen bestehen häufig aus versilberten Weißmetall oder -vermutlich- einer Zinklegierung. Die Oberfläche ist jedoch emailliert und nicht lackiert.

 

 

 

*10) Nach Aussage von österreichischen Sammlern handelt es sich um die Punzierung für unedles Metall (hier: Bronze vergoldet); die Sternpunzierung findet sich üblicherweise auf der Nadel des Eisernen Halbmondes und ist auch von anderen Dekorationen bekannt.

 

 

 

*11) Genauer: Diskussions- und Photobeiträge von Interessierten der Materie Eiserner Halbmond (Gallipoli Star - Turkish war medal) im GMIC, WAF (...)-  an Archivbeständen sei insbesondere im Landesarchiv Baden Württemberg der Bestand M 707 - 709 und diverse gut bebilderte Auktionskataloge der letzten Jahre genannt. Ganz besonderen Dank gilt auch nochmals den englischen, ozeanischen und türkischen Sammlern (just keep on rocking...)!

 

In einem größeren Internetforum wurde vor einiger Zeit ein umfangreicher Nachlass eines Obermaats der S.M.S. Goeben vorgestellt. Dieser enthielt u.a. zwei Anfertigungen von BB&Co. und war laut der Familie bis zur Veräußerung stets in deren Eigentum stehend. Das Verleihungsdatum war mit d.J. 1916 angegeben.

 

 

 

*12) Der Zusatz Compagnie (Co oder Cie. abgekürzt), dient in Firmen dem Hinweis, dass es neben der im Firmennamen genannten Person noch weitere Gesellschafter gibt. Otto Müller & Co. bedeutet zum Beispiel, dass Otto Müller nicht alleiniger Unternehmensinhaber ist.

 

Die Abkürzung Cie. wurde bis in das 19. Jahrhundert im gesamten deutschsprachigen Raum gebraucht. In Deutschland und Österreich ist heutzutage die Abkürzung Co. üblich. Aus Gründen der Tradition wird Cie. jedoch in einigen Firmen weitergeführt, etwa bei der Privatbank Sal. Oppenheim jr. & Cie. KGaA oder dem Hausgerätehersteller Miele & Cie. KG.

 

Die Zusätze Co. oder Cie. alleine genügen den durch das deutsche Handelsgesetzbuch auferlegten Pflichtangaben nicht, da aus ihnen die Rechtsform eines Unternehmensträgers nicht hervorgeht. Es ist notwendig, dass die Firma einen eindeutigen Zusatz bezüglich der Rechtsform beinhaltet. Gemäß § 19 I 3 HGB darf sie beispielsweise nicht Otto Müller & Co. im Falle einer KG lauten, sondern Otto Müller & Co. KG. (Wikipedia m.w.N.)

 

 

 

*13) Dies führte u.a. zum sog. "Kohlrübenwinter 1916/17" - eine Hungersnot in der Bevölkerung Deutschlands. Käthe Kollwitz (1867-1945) hat diese Zeit eindrucksvoll in ihren Graphiken festgehalten.

 

 

 

*14) Großwesir Izzet Pascha konnte im Rahmen der Waffenstillstandsvereinbarung von Mudros (Limnos)  am 30.10.1918 dem englischen Admiral und Leiter der allierten Delegation Sir Somerset Calthorpe den deutschen und östereichisch-ungarischen Offizieren/Truppen "freies Geleit" abringen. Infolge dessen übergab der deutsche Oberbefehlshaber Liman von Sanders den Befehl seiner Truppen an Mustafa Kemal Pascha am 31.10.1918 in Adana.

 

Als Oberbefehlshaber über alle noch in der „Türkei" befindlichen deutschen Offiziere und Truppen regelte er deren Rückführung nach Deutschland in Absprache mit den inzwischen in Konstantinopel eingetroffenen englischen Militärbehörden. Ende Januar 1919 beginnt die Ausschiffung der Reste der Militärmission und Truppen, während Liman von Sanders bis August 1919 auf Malta als Kriegsgefangener der Engländer festgehalten. (Wikipedia m.w.N.) Rosenwald gibt an, das sich osmanische Quellen zu Verleihungen erhalten haben sollen; diese sind jedoch offenbar nicht ohne weiteres dort einsehbar.

 

 

 

*15) www.europeana1914-1918.eu/de/contributions/6637

 

 

 

*16) https://wwwmath.uni-muenster.de/historie/kapitel52.pdf

 

 

 

*17) www.weser-kurier.de

 

 

 

*18) www.deutsche-biographie.de

 

 

 

*19) Stahl und Eisen -  Zeitschrift für das Deutsche Eisenhüttenwesen (überlassen per pdf. von D. Krause)

 

 

 

*20) https://www.kuenker.de/de/archiv/stueck/57405

 

 

 

*21) Siekmann`s Taschenkalender für Beamte der Militärverwaltung  1917;

 

Bulle ist auf S. 280 als Oberzahlmeister des 2./ Feldart.Rgt.27

 

mit dem Ek2w, dem KO4 und dem Dannebrog Ritter gelistet.

 

 

 

*22) Die Demobilisierungs -Abwicklungsstelle der Militärmission Türkei befand sich nach Kenntnis des Verfassers auch in Berlin. Die Bescheinigungen zum Eisernen Halbmond wurden nach Aussage von anderen Sammlern bis ca. Mitte 1920 beschieden und sind stets i.A. unterzeichnet.

 

Dabei war es offenbar sogar ausreichend, eine schriftliche glaubhafte Versicherung eines ehemaligen Vorgesetzten als Voraussetzung für den Erhalt der Bescheinigung vorzulegen. Dies zeigt der Nachlass des ehemaligen Gefreiten Heinrich Detjen, welcher sich erhalten hat und auf www.europeana1914-1918.eu eingestellt ist.

 

 

 

*23) An der kleinen Feldschnalle von Kurt Eckelberg befinden sich:

 

Das Band zur preußischen Rotkreuzmedaille 2. und 3.Klasse, dem sächsischen Ehrenkreuz

 

für freiwillige Wohlfahrtspflege, dem württembergische Charlottenkreuz, dem mecklenburgische

 

Friedrich-Franz Kreuz, dem anhaltinische Friedrichkreuz am weißen Band mit grüner Einfassung für Nichtkombattanten, dem lippischen Kriegsverdienstkreuz am Band für Kombattanten, der lippischen Kriegsehrenmedaille, dem österreichischen Ehrenzeichen vom Roten Kreuz 2.Klasse mit Kriegsdekoration (Lorbeerkranz), der schwedischen silbernen Verdienstmedaille vom Roten Kreuz, dem schwedischen Wasaorden Ritter 1.Klasse,

 

dem Offizierskreuz des bulgarischen Zivilverdienstordens und am Ende dem osmanischen Eisernen Halbmond am weißen Band für Nichtkombattanten. Einen nicht unerheblichen Anteil seiner "Heimatdekorationen" dürfte er auch für Donationen erhalten haben.

 

 

 

Angehöriger der freiwilligen Krankenpflege (Hamburg) - Bandschnalle Hamburger Hanseatenkreuz, RKM3 und Eiserner Halbmond am weißen Band
Angehöriger der freiwilligen Krankenpflege (Hamburg) - Bandschnalle Hamburger Hanseatenkreuz, RKM3 und Eiserner Halbmond am weißen Band
Bandschnalle des Kurt Eckelberg. Am Ende das Band zum Eisernen Halbmond am weißen Band. Hersteller Godet, Berlin. Leider hat sich die dazugehörige Urkunde nicht erhalten.
Bandschnalle des Kurt Eckelberg. Am Ende das Band zum Eisernen Halbmond am weißen Band. Hersteller Godet, Berlin. Leider hat sich die dazugehörige Urkunde nicht erhalten.
Osmanischer Richter mit mehreren Stufen des Mecidi und Osmanjeordens  - der Donanma-iane Medaille (Flottenmedaille), dem Eisernen Halbmond nebst weißen Band (Veröffentlichung mit Genehmigung des Eigentümers)
Osmanischer Richter mit mehreren Stufen des Mecidi und Osmanjeordens - der Donanma-iane Medaille (Flottenmedaille), dem Eisernen Halbmond nebst weißen Band (Veröffentlichung mit Genehmigung des Eigentümers)
Angehöriger des DRK oder vaterländischer Hilfsdienst (?) mit der Medaille vom Roten Halbmond (Bronze) und dem Band zum Eisernen Halbmond am weißen Band (Reprofertigung aus einem Buch)
Angehöriger des DRK oder vaterländischer Hilfsdienst (?) mit der Medaille vom Roten Halbmond (Bronze) und dem Band zum Eisernen Halbmond am weißen Band (Reprofertigung aus einem Buch)

Nichtkämpfer? Nichtkombattant?

 

Ein Nichtkämpfer (Nichtkombattant) ist eine Person, die an einen bewaffneten Konflikt teilnimmt, jedoch ohne aktiv hierin einzugreifen. (z.B. in der Heimat eingesetzte Sanitäter, Militärärzte, Militärpfarrer, Militärbeamte, Politiker, Gelehrte usw.)

 

Meine Page befasst sich mit dem Eisernen Kreuz - insbesondere jedoch am sogenannten Nichtkämpferband (d.h. ein weißes Band mit schwarzer Einfassung

phaleristisch (= ordenskundlich) auch einfach EK2w genannt). Dieses wurde durch Friedrich Wilhelm III. am 10.3. 1813 gestiftet ("Freiheitskriege") und 1870 u. 1914 jeweils "neu belebt". Das Kreuz wurde überwiegend für den zivilen Bereich in der Krankenfürsorge, der Beamtenschaft, der Industrie, dem Klerus, der Künstlerschaft  und im Diplomatentum, sowie sehr selten an Verbündete der Mittelmächte vergeben.

 

Die ersten Verleihungen des Eisernen Kreuzes 1914 erfolgten ca. ab Okt. 1914 und endeten im Jahre 1924 (sogenannte  Nachverleihungen).

 

Die Anzahl der Verleihungen zum EK2w lässt sich mit rund 13.000 beziffern.

 

Dem Trägerkreis zugehörig war beispielsweise auch Konrad Adenauer (am 27.1.1918 als preussischer Landrat für seine Verdienste um die Kriegsgesetzgebung). Seine Orden und Ehrenzeichen finden sich unter konrad-adenauer.de. Das  dort fälschlich "am Friedensband" bezeichnete Kreuz an einer Einzelfrackschnalle hat sich der Nachwelt erhalten. Er erhielt bis Nov.  1918 weiterhin das Verdienstkreuz für Kriegshilfe und den Roten Adler Orden 4.Klasse. - Diese Kombination einer Schnalle ist auf meiner Page in der Fotosession aufgeführt, oder beispielhaft Theodor Schmuz-Baudiß der k. Direktor der KPM  Berlin, sowie Richard Willstädter (jüdischer Erfinder der deutschen Gasmaske)

 

Weiterhin interessiere ich mich für das osmanische Pendant zum EK2w - den Eisernen Halbmond (Harp madalyasi) am weißen Band für Nichtkämpfer. Eine nahezu in der Phaleristik unerforschte Dekoration eines ehemaligen Verbündeten im 1. Weltkrieg - dem Osmanischen Reich. Der Eiserne Halbmond wurde im Jahre 1915 (1333) gestiftet.

 

Die Page ist derzeit im Aufbau und wird voraussichtlich ( meine Freizeit ist leider kostbar...)  noch weiter wachsen.

 

Sie soll anderen Sammlern eine hilfreiche Unterstützung darstellen. Ich verfasse auch zukünftig keine Blogs und werbe für, oder gegen irgend jemand anderen, geschweige denn ist diese Page eine Verkaufsplattform.

Meine kleine Sammlung habe ich in den letzten Jahren grösstenteils an Dritte veräussert. Ich befasse mich mittlerweile fast ausschliesslich nur noch mit der Forschung auf den angesprochenen Gebieten. Diese erstreckt sich derzeit auch noch auf phaleristische Themen des ehemaligen Großherzogtums Baden / Königreich Württemberg.

Ich danke anderen Sammlern und Weggefährten für die Bereitsstellung und Bildmaterial auf meiner Page. Just keep on rocking.

 

Für etwaige Fragen kann das Kontaktformular genutzt werden.

Die Beantwortung kann allerdings etwas Zeit in Anspruch nehmen.

 

Beachten Sie bitte auch ausdrücklich die Datenschutzerklärung mit weiteren Hinweisen in der Fußzeile - und noch was:

Diese Page war, ist und bleibt auch zukünftig non-political.